Tötungsabsicht & ihre perfide Umsetzung mit ärztlichen Mitteln

Spazio d'Incontro

Das Begegnungshaus in Tenno

Vor zwölf Jahren kaufte ich in Italien einen Palazzo, der als Begegnungshaus und Arbeitsraum für Heinz Grill umgebaut und eingerichtet werden sollte. Viele Menschen waren beteiligt an der Umsetzung dieses Projektes. Es war aber Christine Bornschein, die von allem Anfang an sich absolut überzeugend ausgab, sie werde das Projekt unterstützen, supervisionieren, und sie gab sich als kompetent aus, es in allen personellen Fragen leiten zu können. Frau Bornschein war sehr resolut, traf die Entscheidungen und vor allem gebrauchte sie beständig das Wort Liebe. Sie sagte: „Ich bringe euch die Liebe, während Heinz Grill für euch der Krishna ist, der eine große Mission zu erfüllen hat.“ Ihre Aktionen waren zwar mit dem rein gesprochenen Wort „Liebe“ begleitet, die Liebe aber von Frau Bornschein war eine sehr parteiliche Liebe mit größten egoistischen Interessen. Die Vorgaben, die Frau Bornschein Heinz Grill und mir gegenüber machte, waren eigenartigerweise sehr gespalten. Ich erinnere mich, dass sie bereits im Jahr 2003 davon sprach, dass Heinz Grill psychisch schwer krank sei und von einer niedrigen Familie abstamme.

Ich finde es sehr beschämend und erschütternd, dass ich mich nicht schon ganz am Anfang gegen Christine Bornschein und ihre Taten wehrte, denn ich wurde schon 2003 direkt mit ihren Mordabsichten gegenüber Heinz Grill konfrontiert.

Im Dezember 2003 wurde Johanna Blümel, die damalige Assistentin von Heinz Grill, aufgrund einer dubiosen Beschuldigung viermal völlig ungerechtfertigt verhaftet und wieder freigelassen. Die Betroffenen lebten in ständiger Spannung vor neuen Angriffen. Heinz Grill war durch die Verhaftung und die kontinuierliche Überwachung schon einige Tage vollständig schlaflos und so kam die Ärztin Christine Bornschein für eine ärztliche Schlafmedikation nach Italien.

Da die Gesamtsituation nach den Verhaftungen schwer zu überschauen war und immer wieder unbekannte Autos mit mutmasslichen Überwachern vor der Wohnung vorfuhren, verliess Heinz Grill eines Nachmittags das Haus, um die Lage besser überblicken zu können. Johanna Blümel, Christine Bornschein – sie hatte ihren grossen Hund dabei – und ich blieben in der Wohnung zurück. Ich machte mir Sorgen, denn Heinz hatte keine Jacke mitgenommen an diesem kalten Wintertag. Christine Bornschein aber redete mir sogleich ins Gewissen: „Lass Heinz jetzt in Ruhe. Er ist sicher zum Colodri hinauf. Lass ihn, er will sterben.“ Ich konnte erst gar nicht fassen, was sie meinte, doch plötzlich fing sie an zu strahlen und sagte: „ Ja, ja, jetzt wird es ganz licht und leicht, ich denke, jetzt ist es vollbracht. Er ist heruntergesprungen.“

Der Monte colodri bei Arco

Der Monte colodri bei Arco

Ich machte mir grosse Sorgen, packte die weiße Jacke von Heinz und rannte auf der Suche nach ihm aus dem Haus. Ich fand ihn glücklicherweise bald auf dem Colodri, dem Hausberg von Arco. Er hatte Stunden in der Kälte verbracht und versuchte in dauernder Bewegung zu bleiben, um nicht zu erfrieren. Als er mich sah, sagte er mir sogleich, dass er lieber die ganze Nacht draussen bleiben würde, als dieser ständigen Überwachung und Bedrohung ausgesetzt zu sein. Er freute sich sehr über die Jacke, die ich ihm mitgebracht hatte. Mir wurde sehr schnell klar, dass er überhaupt nicht im Sinn gehabt hatte, irgendwo herunterzuspringen, sondern die Situation von oben besser überblicken wollte. Ich war heilfroh, ihn gefunden zu haben, aber ich war auch gleichzeitig schockiert, weil die Ärztin Christine Bornschein seinen Tod schon herbeizusehnen schien und es allem Anschein nach darauf anlegte, dass er stirbt. Es war für mich aber völlig klar, dass Heinz Grill keinerlei suizidale Absicht hatte.

Als wir in die Wohnung zurückkamen, schien Christine Bornschein erfreut zu sein. Auch ich war einfach nur froh und erleichtert, dass nichts passiert war, schämte mich aber insgeheim darüber, dass schon über seinen Tod gesprochen wurde. Christine Bonrschien aber redete viel. Sie schien den Überblick zu habe und machte Vorschläge, was am Besten wäre für Heinz Grill in dieser spannungsreichen Situation wäre. Ich erinnere mich, dass sie ihn unbedingt in ihr Ferienhaus nach Frankreich mitnehmen wollte,  Johanna Blümel wollte sie allerdings keinesfalls dabei haben. Heinz bestand damals jedoch darauf, dass Johanna mitfahren sollte, weil er sie in den Schwierigkeiten nicht allein lassen wollte. Ich blieb in Italien und hörte nur durch Christine Bornschein, wie es Heinz Grill und Johanna Blümel in Frankreich erging. Sie sagte mir, Heinz Grill gehe es sehr schlecht und er wolle keinerlei Besuche.

Da ich mich in Deutschland um rechtliche Angelegenheiten für Johanna Blümel kümmerte, konnte ich bei Bornscheins in München übernachten. Ich erinnere mich genau an ein abendliches Gespräch in ihrem Schlafzimmer. Christine Bornschein war gerade aus Südfrankreich zurückgekehrt. Sie sass da mit gesenktem Kopf und sagte mit leiser Stimme zu mir: “Heinz war wirklich ein guter spiritueller Lehrer, nur leider ist er jetzt psychisch schwer krank und bräuchte dringend Medikamente. Monica, er wird bald sterben.“ Danach hielt sie einen langen Diskurs, in dem sie mir erklärte, dass Heinz Grill sein Lebenswerk bereits vollbracht hätte. Sie sagte, es wäre aus geistiger Sicht für ihn wohl besser zu sterben, als sich den Demütigungen der Justiz auszusetzen. Sein ganzes großartiges Lebenswerk würde dadurch nur Schaden erleiden. Nach dem Tode aber würde sein Lebenswerk erst richtig erstrahlen. Ich entgegnete nichts, war verwirrt von ihrem Gerede und in großer Sorge und Spannung über die Gesamtsituation. Ich weiss nur noch, dass ich daraufhin die Nacht schlaflos verbrachte.

Kurze Zeit danach berichtete mir Christine Bornschein, dass Heinz Grill und Johanna Blümel einen Suizidversuch gemacht, sie aber überlebt hätten. Sie hätte die beiden zur Reanimation in ein französisches Krankenhaus gebracht. Ich war schockiert und es beschäftigte mich tagelang, denn ich hatte miterlebt, dass Johanna Blümel nach den Verhaftungen schwer traumatisiert war und sie auch bereits in Italien Andeutungen gemacht hatte, sich das Leben nehmen zu wollen. Aber wie kam es, dass Heinz Grill Suizid verübte? Ich konnte es einfach nicht verstehen. Dennoch stellte ich wiederum nicht in Frage, was Christine Bornschein sagte. Erst zu einem späteren Zeitpunkt, als ich in Austausch mit anderen kam, wurde mir klar, dass daran etwas nicht stimmte.

Etwa drei Monate später, als die Beteiligten trotz der falschen Angaben von Christine Bornschein alle mittlerweile wussten oder zu mindestens ahnten, dass es kein Suizid- sondern ein Mordversuch war, gab es im März 2004 in Agrano, Italien, mehrere Gespräche über die Geschehnisse in Südfrankreich. An das erste Gespräch erinnere ich mich noch sehr genau, es war ein schöner Frühlingstag und wir konnten in der warmen Sonne im Garten sitzen. Sigrid Königseder war da, Uli Grooten, der auch ein Patient und Schüler von Christine Bornschein war, sowie Wolfgang Romagna und andere Kollegen. Christine Bornschein saß neben mir. Sigrid Königseder fragte Christine Bornschein, wie das genau war mit diesem Suizidversuch von Heinz Grill und Johanna Blümel in ihrem Ferienhaus in Südfrankreich. Ich sehe es noch vor mir, wie Christine ganz devotional da saß und leise sprach. Sie versuchte abzulenken. Sie sagte, Heinz Grill hätte sterben wollen. Er hätte gesagt, dass es auch für Johanna die beste Lösung wäre, anstatt der Justiz in die Hände zu fallen. Sie hätte ihnen dann auf deren Bitte Medikamente zur Verfügung gestellt. Auf Nachfrage, warum sie das tat, sagte sie, sie hätte ihnen die Verfolgung vor der Justiz ersparen wollen, sie hätte nicht gewollt, dass Heinz Grill und Johanna Blümel lebenslänglich eingesperrt würden. Da ich in der Zeit selber in stetigem Kontakt mit Johannas Anwälten war, konnte ich nicht verstehen, wieso sie die Situation damals so eingeschätzt hatte. Deshalb konfrontierte ich Christine Bornschein damit, dass das nicht stimmen würde, da ich andere Informationen dazu hatte. Christine Bornschein schob aber dennoch die Schuld auf die Rechtsanwältin Edelmann. Diese hätte ihr angeblich ganz falsche Informationen zur juristischen Lage gegeben. Da wusste ich, dass etwas nicht stimmte und es sich nur um eine hinterhältige Schuldprojektion auf die Rechtsanwältin handelte.

Sigrid Königseder musste sie immer wieder zum Thema lenken und ihr wirklich alles aus der Nase ziehen. Sie fragte, wie es dazu kam, dass Heinz und Johanna Tabletten schluckten. Christine Bornschein erzählte, dass Heinz Grill völlig erschöpft war, da er bereits vierzehn Tage schlaflos verbrachte. Darum habe sie ihm Schlafmittel gegeben. Sigrid hakte nach, wie viel und was für Mittel sie gegeben hätte. Ich erinnere mich daran, dass es eine sehr große Menge an Schlafmittel war. Auf wiederholte Nachfrage bestätigte sie, dass Heinz Grill dadurch ziemlich benommen war. Sie schweifte zum wiederholten Mal ab und wollte uns erklären, wie es in einem Fall von so schwerer Schlaflosigkeit aus medizinischer Sicht notwendig sei, das Bewusstsein herabzumindern oder gar auszuschalten, offensichtlich hatte sie auch Psychopharmaka beigemischt. Sie wollte uns als Laien hinstellen, die eben gar nichts von Medizin verstehen. Darin wurde sie von den Anwesenden vehement unterbrochen. Als Sigrid nachfragte, was dann geschah, sagte sie, dass Johanna das Abendessen gekocht hätte. Danach hätten sie gemeinsam gegessen und dann hätten die beiden mit den letzten Bissen eine grosse Menge Medikamente geschluckt, wären in den Garten gegangen und hätten sich in eine bereits geschaufelte Grube gelegt. Sigrid ließ aber nicht locker, da sie wusste, dass Heinz alles andere als suizidal ist. Sie bohrte weiter und ließ keine Ausflüchte zu. „Welche Medikamente hast du gegeben?“
Sie sagte: „Digitoxin.“
Digitoxin ist ein schweres Herzmittel, das schon ab 1 mg tödlich wirkt, das hatten wir sofort im Internet recherchiert.
„Warum hast du das Mittel überhaupt dabei gehabt? Heinz hat so ein Medikament noch nie genommen?“, fragte Sigrid sofort. 
Christine versuchte sich herauszuwinden, aber ihre Aussagen ließen immer viele Fragen offen oder eröffneten sogar neue Unklarheiten. Manchmal beschuldigte sie Johanna und einmal sogar Heinz, dass er es auf Johannas und sogar auf ihren Tod abgesehen hatte.

Erst als bei einem weiteren Treffen auch Heinz Grill, Johanna Blümel und Florian Kluckner anwesend waren, wurde es für Christine Bornschein enger, ihre Ausflüchte aufrechtzuerhalten. Auf die Frage, wer die Tabletten ins Essen gemischt und wie viele es genau waren, gab sie schließlich zu, dass sie 60 Tabletten, also eine dreifach tödliche Dosis (!) unter das Fenchelgemüse von Heinz gemischt hatte und die beiden Frauen ihn dann, als er schon bewusstlos war, in den Garten getragen hatten.

Das Bild war für mich so entsetzlich, dass ich es nicht mehr aushalten konnte. Christine sagte mit gesenkter Stimme, aber ohne dabei auch nur verlegen zu werden, sie sei vielleicht etwas ungenau gewesen in der Beschreibung des verhängnisvollen Abends, aber die Situation sei ja aufgrund der Verhaftungen für alle so schrecklich gewesen. Da wurde Sigrid scharf und forderte sie auf, endlich die wahren Fakten auf den Tisch zu legen. Christine Bornschein gab sich daraufhin ganz reumütig und gestand ihren Mordversuch schließlich unumwunden ein. Sie war wie ein Lämmlein. Sie gab zu, das Medikament selbst in das Essen gemischt zu haben. Und als Heinz bereits in der Grube lag, hätte Johanna die restlich 40 Tabletten geschluckt und sich dazu gelegt. Sie sagte noch, sie sei dann ins Haus zurückgegangen und hätte für die beiden Mantren gesungen. Ich habe aufgeschrien und es ist richtig laut geworden. Was die anderen darauf gesagt haben, weiss ich nicht mehr genau. Wie es aber möglich war, dass die beiden überlebten, wusste Florian Kluckner, dank dessen Eingreifen sie überhaupt in die Klinik gebracht wurden und dadurch überlebten.

Christine Bonschein beteuerte nun herzerweichend, dass sie so etwas nie mehr machen würde. Sie schien voller Reue. Heinz wollte damals nicht in Anzeige gehen, denn es ging ihm nicht um Rache oder Vergeltung. Auch wollte er Johanna Blümel juristisch nicht noch mehr belasten, da sie damals ohnehin in großen Schwierigkeiten war. Ihm ging es um eine konstruktive Lösung, und da sie ihre Schuld eingestanden hatte, wurde vereinbart, dass sie zwar weiterhin als Ärztin tätig bleiben aber keine Kurse mehr geben darf und vor allem nicht mehr als Lehrerin auftritt. Sie legte so überzeugend dar, warum sie das auch nicht mehr will und war so reumütig, dass ich ihr das glaubte und wohl auch die anderen Anwesenden.

Sigrid Königseder hatte einen feinen Spürsinn bewiesen, die Wahrheit herauszufiltern. Ich hätte mich sicher an der Nase herumführen lassen, denn die Wahrheit war für mich absolut undenkbar. Christine Bornschein kam als Ärztin in einer Notsituation mit anhaltender Schlaflosigkeit zu Heinz Grill und hatte dann einen Mordanschlag an ihm verübt. Hierzu hatte sie Johanna, die schwer traumatisiert und selbst hilfsbedürftig war, mitbenutzt. Obwohl sie anderen gegenüber ganz andere Dinge vorgab, war es seit den Treffen in Agrano eine bekannte Tatsache, dass sie Heinz Grill in Südfrankreich umbringen wollte. Jeder der Anwesenden wusste es und es war unter Kollegen im Rahmen eines persönlichen Gerichtes, das Sigrid Königseder einberufen hatte, zugegeben und geklärt, es wurde aber in der Folge nicht darüber gesprochen. Ich wusste nun sicher, dass sie Heinz umbringen wollte, aber ich dachte, dass sie dies aus einer Verblendung heraus getan hatte, im Glauben, damit eine gute Tat zu vollbringen. Das war aber ein fundamentaler Irrtum.

Sigrid Königseder traute Christine Bornschein nach diesen Gesprächen in Agrano nicht mehr ganz. Deshalb wollte sie später immer mit anwesend sein, wenn Christine Bornschein Medikamente gab oder Behandlungen für Heinz Grill vorschlug, um zu schauen, was da passierte. Ich jedoch hatte Christine noch nicht wirklich durchschaut.

Wohl deshalb konnte Christine Bornschein trotz alledem ihre Machenschaften weiterführen. Sie hat die Dreistigkeit und Unverfrorenheit, Dinge, die sie sich in den Kopf gesetzt hat, auch durchzusetzen. Es ist für mich erstaunlich, wie sie es auch danach immer wieder schaffte, Leute für sich zu gewinnen. Ich kann mir das nur mit ihrer genialen Manipulationskraft erklären. Sie sagte mir beispielsweise immer genau das, was ich hören wollte, lobte mich und führte mich gleichzeitig in meine Schwächen und in mein grösstes Trauma hinein. Dies konnte ich erst im Austausch mit Kollegen erkennen, denn jedem erzählte sie etwas anderes und  „erwischte“ den Einzelnen so an seinen Schwachpunkten.

Entgegen der Abmachung organisierte sie aber weiter Yogalehrerausbildungen. Ich dachte damals, dass sie in den Ausbildungen nicht als Lehrerin sondern als Ärztin für eventuelle medizinische Interventionen zuständig war, denn Kranke gab es genügend. Erika Berrenberg war die einzige zertifizierte Yogalehrerin in dieser Münchener Yogalehrer-Ausbildung. Christine Bornschein jedoch sah sich selbst als Lehrerin und spirituelle Instanz in dieser Ausbildung, wie auch in jedem anderem Projekt. So hatte sie – wie schon erwähnt – von allem Anfang an die Supervision im Begegnungshaus in Tenno. Sie hatte es aber auch später wieder geschafft, mein Vertrauen zu gewinnen und sich im Namen von Heinz Grill als seine rechte Hand auszugeben. Wenn sie sagte, dass sie alles mit Heinz besprochen hätte, habe ich es nicht in Frage gestellt. Ich bin gerade auf diese Vorgabe hin wieder ihren Anweisungen gefolgt, und so konnte sie schleichend ihren Einfluss über das Projekt in Italien erneut geltend machen.

Nicht so einfach war das mit dem Kulturforum, dem Organisationsbüro, das für Veranstaltungen und Kommunikation zuständig war. Dennoch begann Christine Bornschein auch hier nach und nach, das Regiment zu führen und gegen die Mitarbeiter zu intrigieren. Sie war überzeugt davon, dass das Kulturforum aufgelöst gehöre, da es zu intellektuell sei und es die Interessenten traumarisieren würde. Vor allem ging sie dabei in persönliche Angriffe gegen Stephan Wunderlich, Bernhard Spirkl und Robert Lindermayr. Sie sparte nicht mit Intrigen. So sagte sie beispielsweise mehrmals über Bernhard, er sei ja noch so jung und unerfahren, er bringe eine Blockade in die Arbeit und die Schüler würden durch ihn traumatisiert. In der Folge dachte ich dann bei jeder Blockade innerhalb der Kommunikation, dass Bernhard diese verursachen würde. Sie schaffte damit auch hier wie überall Polarisierung bis hin zu schlimmen Streitereien, was 2011 in der Folge zur Auflösung des Kulturforums führte.

Nach Auflösung des Kulturforums war für Christine Bornschein die Gelegenheit günstig. Als Heinz Grill im November 2011 schwer an akuter Pankreatitis erkrankte, war sie wie der Blitz zur Stelle und sorgte dafür, dass er keine Besuche bekam. Ich wusste nur durch sie, wie es ihm ging. Sie versuchte abermals, Heinz Grill von jeglichem Kontakt vollständig abzuisolieren. Christine Bornschein ist dabei mit vollster Überzeugung vorgegangen. Sie war schon immer überzeugt, dass Heinz Grill mit fünfzig Jahren sterben würde, und hatte dies auch seit Jahren ihren Schülern prophezeit, und zwar mit den Worten, „Heinz Grill hätte ihr das als Geheimnis anvertraut“. Nur Heinz Grill wusste nichts davon. Der 50. Geburtstag war aber schon mehr als ein Jahr überschritten. So war es für sie vollkommen klar, dass der Zeitpunkt gekommen war, dass er sterben würde. Sie war dabei so selbstverständlich und überzeugend, dass auch ich selbst an seinen baldigen Tod glaubte. 

Christine Bornschein war aber keinesfalls bekümmert über die Situation, sondern in höchster Erregung und startete unmittelbar darauf einen Rundruf zu ihren engsten Vertrauten. Zu mir sagte sie: „Es ist soweit, Heinz liegt im Sterben, jetzt ist es an der Zeit, die Schule zu übernehmen“. Ich weiß auch von  Angelika Liefke, dass sie von ihr mit den gleichen Anliegen angerufen wurden. Angelika Liefke erzählte mir später, dass sie nach diesem Anruf wie gelähmt war. Dieses Mal reagierte ich aber sofort und sagte: „Das geht jetzt wirklich zu weit!“, und fuhr, ohne mich von ihr abhalten zu lassen, unmittelbar zu Heinz Grill, der sehr krank im Bett lag. Er wusste nichts von ihrem Versuch ihn abzuisolieren, und zum Glück konnte sie es dieses mal nicht durchsetzen.

Sie beteuerte aber mir und auch anderen, dass alles besser werde, wenn Heinz einmal verstorben sei. So wie die Jünger Jesu auch erst wirklich arbeiten und zur Wirksamkeit kommen konnten, als der Christus verstorben war, so könnten wir jetzt auch erst richtig arbeiten und etwas aus dem Lebenswerk machen. Der spirituelle Lehrer hat sein Lebenswerk geschaffen und vollbracht. Man muss etwas daraus machen und dazu darf man nicht zu viel in Kontakt mit ihm sein. Ich widersprach ihr nicht, da ich hoffte, dass die falschen Anhimmelungs-Gefühle gegenüber Heinz Grill endlich einmal aufhören würden. Diese störten mich, obwohl ich selbst eine Verehrung zu ihm hatte. Ich empfand ihn immer als einen sehr schönen Menschen und schätze ihn auch wegen der Eleganz, die er bei den asana darlegt, und die meines Erachtens mit der Eleganz in den Gemälden von Raffael vergleichbar ist. Für mich ist es aber so, dass ich eine Liebe zu Heinz Grill habe und ich dieses persönliche Verhältnis weder negieren noch wegschieben möchte. Der spirituelle Lehrer muss nicht sterben. Christine Bornschein meinte aber und sie schrieb es auch in einem Rundbrief an ihre Schüler: der Lehrer muss sterben, damit atma verwirklicht werden kann.

Mit diesem Widerspruch zwischen Heinz Grill und Christine Bornschein habe ich jedenfalls nicht mehr umgehen können. Um diese fürchterlichen Suggestionen abzuschütteln, musste ich erst einmal ein Jahr vollkommenen Abstand nehmen. Dies sind nur einige Beeinflussungen, und ich glaube, es gibt unendlich viele solcher Suggestionen.

Christine Bornschein hätte eigentlich nicht Ärztin, sondern Meisterin im Einsuggerieren von falschen Tatsachen werden sollen.

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