Das tragische Schicksal der Erika B. – eine Patientin in den Händen von Christine Bornschein

Vorwort

Ich bin Klaus Oppermann und Schwiegersohn von Christine und Willi Bornschein und ich würde sagen, dass ich die Verhältnisse der beiden Ärzte recht gut kenne. Gleichzeitig kenne ich aber auch die Verhältnisse vieler Patienten und Kollegen, die bei Frau Bornschein in Therapie waren. Besonders über das Schicksal einer Patientin, die vor einem Jahr Suizid begangen hat, habe ich viel nachgedacht und auch nachgeforscht.

Erika B. hatte ich in einigen wenigen Treffen persönlich kennengelernt, nachdem wir uns an der Gartentür meiner Schwiegereltern überraschenderweise begegnet waren. Frau B. hatte im Garten meiner Schwiegereltern Arbeiten verrichtet, während diese im Urlaub waren. Frau B. hatte meine Frau und mich angesprochen, weil sie von ihrer Therapeutin Frau Bornschein in eine Hetze gegen ehemalige Patienten, u.a. auch Heinz Grill sowie gegen meine Frau und mich verwickelt worden war. Sie wollte uns warnen, weil meine Schwiegereltern nach den Worten von Frau B. „etwas Böses“ gegen uns planten. In der Folge hatte mich Frau B. einige Male angerufen, nach meinem Eindruck weil sie jemanden suchte, mit dem sie über ihre Erlebnisse mit Christine Bornschein sprechen konnte.

Nachdem ich von ihrem Suizid erfahren hatte, suchte ich das Gespräch mit verschiedenen Personen, die Frau B. ebenfalls kannten, denn diese Nachricht erschütterte mich. Frau B. selbst hatte mir bei unserer letzten Begegnung Briefe gegeben, die Frau Bornschein ihr geschrieben hatte. Auch Herr B., der geschiedene Ehemann, zeigte mir das Testament, Briefe und Dokumente, die er im Nachlass seiner verstorbenen Frau gefunden hatte, bzw. ärztliche Unterlagen, die im Laufe seiner eigenen Aufklärungsbemühungen um den Suizid erhalten hatte. All diese Informationen formten sich im Laufe der Monate zu einem erschütternden Gesamtbild.

Betrachtet man dieses Bild, zeigt sich nach meiner Ansicht sehr deutlich, wie Christine Bornschein ihre Autorität als Ärztin benutzt hat, um massiv in den Willen von Erika B. einzugreifen. Sie wollte Frau B. trotz ihrer schweren psychischen Erkrankung für sich gewinnen und für ihre „metaphysische Arbeit“ benutzen. Ein Großteil der Patienten von Christine Bornschein hatte sich bereits von ihr verabschiedet. Als sie Erika B. kennenlernte, versuchte sie nun, in der kranken Frau B. eine Schülerin zu finden und mit dieser ein besonders spirituelles Projekt aufzubauen.

Erika B. lebt nicht mehr und kann deshalb über ihre Erfahrungen nicht mehr berichten. Sie schreibt aber in ihrem Testament: „Meine Geschichte soll veröffentlicht werden.“ Diesem Wunsch möchte ich hiermit nachkommen.

 

Der „kriminelle“ Ehemann

Als Christine Bornschein Erika B. im Herbst 2011 in der geschlossenen Abteilung der Psychiatrie in Haar, über eine andere stationär dort untergebrachte Patientin, in stundenlangen Gesprächen kennenlernte, litt diese bereits seit Jahren unter agitierten Depressionen mit paranoiden Wahnvorstellungen. Sie fühlte sich von vielen Personen, beispielsweise ihren Ärzten und Rechtsanwälten, insbesondere aber von ihrem früheren Ehemann, verfolgt, hintergangen und betrogen und hatte deshalb in der Vergangenheit unzählige Gerichtsprozesse begonnen und verloren. Frau Bornschein aber, der die lange und schwerwiegende Krankengeschichte somit bekannt war, griff entgegen den Regeln der ärztlichen Kunst diese Wahnvorstellungen auf und bestärkte ihre zukünftige Patientin, dass sie das Feindbild gegenüber ihrem geschiedenen Mann sogar in verstärktem Maße auszubauen habe. Sie bezeichnete Herrn B. gegenüber der ohnehin schon wahnhaften Patientin als einen gewalttätigen Kriminellen, der seine Frau schwer traumatisiert hätte.

Frau Bornschein hetzte aber nicht nur ihre Patientin auf, sondern sie bezeichnete beispielsweise auch mir gegenüber Herrn B. als ihren eigenen (also Frau Bornscheins!!) Todfeind, obwohl dieser zu dieser Zeit nicht einmal um die Existenz einer Frau Bornschein wusste. Gleichzeitig bezeichnete sie Frau B. als eine hochspirituelle Person, die zu ihrer Heilung Teil des „metaphysischen Projektes“ werden müsse, für das Frau Bornschein seit Jahren Mitstreiterinnen unter ihren Patientinnen suchte. Indem sie einerseits ein Feindbild aufbaute und andererseits eine psychisch kranke Frau in ihrem Wahn ideologisierte, versuchte Frau Bornschein, Personen für ihr Projekt zu gewinnen.

Dieses Feindbild bildete die ideologische Grundlage, und damit unterstützte Frau Bornschein im Winter 2011/12 zuerst die Entlassung Frau B.´s aus der stationären Zwangsunterbringung und schließlich die Aufhebung ihrer Betreuung. Es konnte bisher noch nicht abschließend recherchiert werden, ob sie die Entlassung nicht sogar maßgeblich selbst veranlasst hat. Ein Brief vom 14.11.11, den mir Frau B. übergeben hatte, gibt dafür zumindest ein deutliches Indiz. Frau Bornschein jedenfalls bezeichnete mir gegenüber auch den damaligen Betreuer sowie die Klinikärzte als kriminell, weil sie im Auftrag des Ehemannes an der Psychiatrisierung seiner Frau mitarbeiten würden, um sich an ihrem Vermögen bereichern zu können. 

Brief von Christine Bornschein an Erika B. vom 14.11.11

Das „Team“ von Rechtsanwalt und Ärztin

Im Februar 2012 wurde Erika B. schließlich aus der Klinik entlassen, und ihre Betreuung wurde aufgehoben. Sogleich begann die Ärztin Christine Bornschein ihre neue Patientin gezielt in Gerichtsprozesse gegen Herrn B. zu führen. Vermutlich um ihre Patientin besser „führen“ zu können, hatte Frau Bornschein dafür ihren eigenen Rechtsanwalt Hans Werner Bauer ins Spiel gebracht, der Frau B. von nun an vertrat. Nach eigenen Aussagen war sich Frau Bornschein aber bewusst, dass Frau B. nicht gesund werden konnte, solange sie in Gerichtssachen verstrickt war. Sie erwähnte mir gegenüber auch, das Frau B. deshalb entmündigt worden war, weil sie zu viele aussichtslose Gerichtsprozesse gegen andere begonnen hatte.

Soweit ich Christine Bornschein kenne, weiß ich, dass sie Personen für sich gewinnen möchte und diese auch für ihre Zwecke auf manipulative Weise beeinflusst. Frau Bornschein hat nach meiner Erfahrung ein starkes Vorurteil gegen Männer. Seit ich sie kenne, machte sie fast ausschließlich Projekte zusammen mit Frauen, denn Männer sind nach ihrer Meinung zu triebhaft und deshalb der Spiritualität weniger zugänglich. Nun projizierte sie ihre eigenen Vorstellungen wohl unmissverständlich über die ohnehin schon psychisch kranke Patientin Erika B. auf deren früheren Ehemann.

Frau B. aber hatte sich mir gegenüber bei jeder Begegnung über zunehmende Erschöpfungs- und Angstzustände wegen der bevorstehenden Gerichtsprozesse beklagt. Sie hatte Angst, deswegen erneut entmündigt zu werden. In einem Ton der Verzweiflung berichtete sie, dass sie Frau Bornschein wiederholt wegen der Angst- und Schwächezustände um Hilfe gebeten, aber nur die unmissverständliche Antwort erhalten hatte, dass sie den Gerichtsprozess gegen ihren geschiedenen Mann führen muss, ansonsten kann keine Heilung eintreten!! Die psychisch kranke Patientin schien mir wie genötigt zu sein.

Frau B. erzählte mir, dass auch ihre Klagen über das massive und fordernde Verhalten des Rechtsanwaltes von Frau Bornschein nur lapidar mit den Worten beantwortet wurden: „Der RA Bauer hat ein gutes Herz und er will nur das Beste für Dich!“ Frau B. sollte RA Bauer das Denken überlassen und tun, was er verlangte. Frau B. war sichtlich verärgert über Frau Bornschein, aber sie wirkte gleichzeitig verzweifelt und wie gelähmt und konnte sich offensichtlich gegen die starke Suggestivkraft ihrer Ärztin nicht zur Wehr setzen. Als ich Frau B. das letzte Mal sah, berichtete sie mir mit tonloser Stimme, dass Frau Bornschein ihr wenige Tage zuvor prophezeit hatte, dass sie an einem Hirntumor versterben wird, wenn sie ihr Denken weiterhin von den Ängsten wegen der Gerichtssachen bestimmen lässt.

Solche Aussagen aus dem Munde einer approbierten Ärztin sind nicht nur irrational und unverantwortlich, sondern auch bösartig und in hohem Maße die Patientin bevormundend. Ich hatte den Eindruck, dass diese Aussagen besonders gravierend für Frau B. waren, da sie mit ihrer psychischen Erkrankung gegen das Team von RA Bauer und der Ärztin Christine Bornschein sehr wenig eigenständiges Reflektionsvermögen aufbringen konnte. Frau B. hatte einen Rechtsanwalt, der mit ihrer Ärztin im vollen Einvernehmen war, und beide waren sie allem Anschein nach bemüht, ihren früheren Ehemann anzuklagen und hierfür die psychisch labile Frau zu benützen.

Das Vermögen der Patientin und das „metaphysische Projekt“ von Christine Bornschein

Christine Bornschein hatte ihrer Patientin nicht nur ihren eigenen Anwalt bestellt, sondern sie kannte auch die Vermögensstreitigkeiten zwischen Herrn und Frau B. und gab ihr genaue Anweisungen, welche Häuser und Grundstücke sie für sich beanspruchen sollte und welche sie ihrem früheren Mann überlassen könne. Sie hatte außerdem zweimal eine umfassende Generalvollmacht für alle Vermögensangelegenheiten von Frau B. angenommen, die erste sogar trotz der bestehenden Betreuung und Geschäftsunfähigkeit. Ein Arzt darf aber noch nicht einmal Geschenke vom Patienten annehmen. Diese ungültige Vollmacht hatte sie, nach Angaben von Herrn B., auch auf Aufforderung des Betreuers nicht zurückgegeben, sondern erst nachdem sie mit einer gerichtlichen Verfügung konfrontiert war. Diese Hartnäckigkeit von Frau Bornschein ist insofern nicht sehr verwunderlich, denn Frau B. hatte mir erzählt, dass Frau Bornschein ihr vor der Ausstellung der Vollmachten die Geschäftsfähigkeit selbst bestätigt hatte.

Offensichtlich ohne lange zu zögern, liess sie sich dann eine zweite Vollmacht ausstellen, sobald die Betreuung Anfang Februar aufgehoben war. Christine Bornschein sorgte auch dafür, dass Frau B. die Gerichtskosten, die aus gerichtlichen Verfügung gegen sie entstanden waren, zu tragen hatte. Da RA Bauer nun sowohl die Patientin wie die Ärztin, also Klägerin und Beklagte gleichermaßen, vor Gericht vertrat, konnte er diese Sache „elegant“ zu Frau Bornscheins Gunsten regeln.

Als ich Frau Bornschein auf die Unrechtmässigkeit der Vollmachten ansprach, sagte sie, dass Erika B. ihr diese gegen ihren Willen aufgedrängt hätte. Diese Aussage ist typisch für Frau Bornschein. Sie gibt nun, nachdem sie aufgeflogen ist, der Patientin die Schuld. Als Ärztin, wohlgemerkt als Ärztin, hätte sie sich dem Willen ihrer psychisch kranken und betreuten Patientin nicht erwehren können. Die eigentliche Auftraggeberin der Vollmacht gab nun der Patientin die Schuld. Dies ist für eine approbierte Ärztin nicht statthaft.

Christine Bornschein ist Ärztin und sie war aber, wie schon erwähnt, seit Jahren unter ihren Patientinnen auf der Suche nach Mitstreiterinnen für ein „metaphysisches Projekt“, dass sie endlich gründen wollte, und sie war auch auf der Suche nach Geld, um dieses zu finanzieren. Dieses Projekt sollte ein Erziehungsprojekt für Kinder nach der Lehre Sai Babas werden, aber es sollte gleichzeitig auch Frauen helfen, die von ihren Männern geschädigt oder vergewaltigt und alleinerziehend mit ihren Kindern sind. Schon vor Jahren hatte sie mir von einer Patientin namens Petra N. erzählt, die manisch-depressiv erkrankt war. Petra N. hatte mit Frau B. das Zimmer in der Psychiatrie geteilt, als Frau Bornschein sie kennenlernte. Diese Patientin war Mutter von vier oder fünf Kindern und hatte ein Kinderbuch geschrieben und erschien Frau Bornschein deshalb als besonders befähigt für dieses Erziehungsprojekt. Wegen schwerer wiederkehrender manischer Phasen erwies sich aber Frau N. doch als ungeeignet für die Mitarbeit. Im Jahr 2012 versuchte Frau Bornschein dieses Projekt nun wieder mit voller Kraft voranzutreiben. Für dieses Projekt hatte sie nun auch Erika B. vorgesehen.

Zur dieser Zeit, als Christine Bornschein sich die Generalvollmachten von Frau B. angeeignet hatte, versuchte sie weitere Patientinnen für dieses Frauenprojekt zu gewinnen, wie ich im Laufe meiner Nachforschungen im vergangenen Jahr in Erfahrung gebracht habe. Simone Lindermayr, einer langjährigen Vertrauten und früheren Patientin, erzählte sie beispielsweise in mehreren Telefonaten von einer neuen Patientin, die von ihrem Mann verfolgt würde und die sie aus der Klinik befreien werde. Es muss sich dabei um Erika B. gehandelt haben, obwohl sie ihren Namen nicht erwähnt hatte. Frau Bornschein sprach davon, dass Geld von dieser neuen Patientin (Erika B.) für das Projekt zur Verfügung stehen würde. Frau Lindermayr war nach ihren eigenen Worten selbst schon geneigt, dem Projekt zuzustimmen, und nur, weil ihr Ehemann es verhinderte, ging sie dann nicht mehr zur Projektplanung.

Auch zu Monica Burri, einer Patientin ihres Mannes Willi, hatte Christine Bornschein ebenfalls in dieser Zeit geäussert, dass sie Erika B. für ihr „metaphysisches Projekt“ eingeplant hatte. Frau B. sei Sai Baba treu ergeben und schon ganz selbstlos durch ihre (Frau Bornscheins) Hilfe geworden. Mit der Arbeit an diesem Projekt hätte sich Frau B. von dem Fluch ihres Mannes befreien und ihr Seelenheil retten können. So äusserte sich Frau Bornschein gegenüber Frau Burri, die sie ebenfalls für das Projekt gewinnen wollte. Diese lehnte aber entschieden ab und ermahnte stattdessen Frau Bornschein, sie könne nicht ihre Patienten dafür benutzen, um ihre spirituellen Projekte aufzubauen. Sie wies Frau Bornschein deutlich auf ihr unverantwortliches Verhalten hin. Als Hebamme hatte sie Erfahrung mit Ärzten und so etwas hatte sie noch nie erlebt. Mit der Ermahnung an Frau Bornschein handelte sich Monica Burri aber in der Folge eine schwere Feindseligkeit ein, denn eine Frau Bornschein lässt sich von niemanden korrigieren.

Ich selbst habe zusammen mit Christine Bornschein über Jahre an einem medizinischen Arbeitskreis unter der Leitung von Heinz Grill teilgenommen, in dem verschiedene Ärzte und Herr Grill selbst ausdrücklich betonten, dass gerade psychisch kranke Personen nicht überfordert und unter keinen Umständen verängstigende Feindbilder bei ihnen erweckt werden dürfen. Insbesondere sei es für psychisch Kranke wichtig, von allen unkonkreten spirituellen Formen Abstand zu nehmen und sie mit einer konkreten ärztlichen Betreuung zu begleiten. Durch diese Fortbildungen und als studierte Ärztin weiss Frau Bornschein also, dass man eine psychisch kranke Frau nicht in Feindbilder und eine diffuse Spiritualität treiben darf. Dennoch aber wollte sie Frau B. für ihre eigenen Ideen und für ihr metaphysisches Projekt im Amun-Haus, ihrem Praxis- und Seminarhaus in München-Trudering, benützen.

Ein knappes Jahr später, am 7.12.12, vier Wochen vor ihrem Suizid, schrieb Frau B. ihr Testament. In diesem Testament war nun Christine Bornschein als Verwalterin einer Stiftung für geschädigte Frauen bestimmt. Ihr ganzes Vermögen sollte in diese Stiftung fließen. An dieser Tatsache zeigt sich meiner Meinung nach, dass auch ihre Testamentserklärung manipulativ von Frau Bornschein beeinflusst war, da Frau B. sicherlich ein Projekt in diesem Sinne nie vorgehabt hatte. Ihr war ohnehin schon das ganze juristische Unternehmen, das ihr von Frau Bornschein und RA Bauer auferlegt wurde, zuviel.

Erika B.´s Testament vom 7.12.12 (aus dem Nachlass von Erika B.)

Angst- und Schuldgefühle gegenüber Christine Bornschein

Erika B. stand meiner Wahrnehmung nach in einem tiefen inneren Konflikt, denn sie fühlte sich einerseits ihrer Ärztin zu Dank verpflichtet, weil sie sie aus der Psychiatrie geholt hatte, aber andererseits schien sie unkontrollierbare Ängste vor ihr zu haben. Tief verstört hatte sie mir berichtet, wie sie bei einem Feuerritual die Akten „abtrünniger“ Patienten verbrennen musste, die Frau Bornschein kritisiert und die Therapie bei ihr beendet hatten. Als ich Frau B. vorschlug, dass ich mit meiner Schwiegermutter wegen all dieser Besorgnis erregenden Umstände sprechen würde, flehte sie mich geradezu an, dass Christine Bornschein von unserer Bekanntschaft niemals wissen dürfe. Sie hatte geradezu Panik vor dem, was dann kommen würde. Nachdem ich diesen Vorschlag ausgesprochen hatte, meldete sich Frau B. nicht mehr bei mir.

Christine Bornschein hat ihre Patientin meiner Ansicht nach für ihre eigenen persönlichen und ideologischen Zwecke missbraucht. Das ist nicht nur fahrlässiges ärztliches Fehlverhalten, sondern ein schwerer Verstoss gegen die ärztliche Berufsordnung und nach meiner Ansicht ein Anzeichen für das absolute Fehlen einer gesunden menschlichen Empathie für die Patientin. Wenn ich mir die Handlungsweise von Christine Bornschein vor Augen führe, dann komme ich zu der Ansicht, dass sie entweder keinerlei Wahrnehmung für die innere Not ihrer Patientin hatte. Oder aber sie hatte die Wahrnehmung dazu und hat bewusst so gehandelt, wie sie gehandelt hat, um zunehmend mehr Macht über Frau B. gewinnen zu können.

Frau B. jedenfalls hatte starke Schuldgefühle gegenüber ihrer Therapeutin. Sie erzählte mir, und schaute dabei betreten zu Boden, wie sie jeden Tag versuchte zu beten, aber keine Verbindung zu Sai Baba finden konnte. Sai Baba ist ein verstorbener indischer Lehrer, und Christine Bornschein gab gegenüber Frau B. vor, zu diesem eine intime und innigste Beziehung zu haben. Sie hatte ihre Patientin angewiesen, zu Sai Baba zu beten, um gesund und von den Zwängen der Gerichtsstreitigkeiten frei werden zu können. Statt konkret zu therapieren, gab Frau Bornschein der psychotischen Patientin vor, dass die Selbstaufgabe im Gebet an einen Verstorbenen der einzige Ausweg aus ihrer verzweifelten Situation sei. Die Unterwerfung unter diese Ideologie der Selbstaufgabe an etwas „Höheres“ forderte sie von Frau B. von Beginn an ein. Ich kenne Frau Bornschein in dieser Hinsicht gut: sie verlangt sowohl von ihren Schülern als auch ihren Patienten Selbstaufgabe, und wenn sie diese nicht freiwillig leisten, setzt sie sie massiv moralisch und autoritativ unter Druck.

Grobe Fahrlässigkeit in der ärztlichen Behandlung – Unachtsamkeit oder Vorsatz?

Seit Februar 2012 war Christine Bornschein Erika B.´s alleinige behandelnde Ärztin. Bei der Entlassung aus der Klink hatten die dortigen Ärzte dringend zur Weiterführung der hochdosierten Psychopharmakotherapie geraten. Dies wusste Frau Bornschein (sie wurde sogar persönlich von den Ärzten darauf hingewiesen), tat aber die Arbeit der Ärzte als „unspirituell“ ab, wie sie mir in einem Gespräch selbst sagte. Unbekümmert diagnostizierte sie bei Frau B. eine Posttraumatische Belastungsstörung und beantragte für sie Psychoanalyse. Die seit Jahren von verschiedenen Ärzten gestellte Diagnose der wahnhaften Depression stufte sie stattdessen gegenüber Frau B. als „Falschbewertungen ihres psych. Zustandes, die zu schmerzhaften traumatischen Folgen führten“ ein (siehe Brief vom 14.11.11). 

Seit ich Frau Bornschein kenne, rühmte sie sich immer wieder, als einzige Kassenärztin in ganz München schon seit Jahren keine ärztliche Weiterbildung vorweisen zu müssen. Für Frau Bornschein scheinen die normalen ärztlichen Regeln nicht zu gelten. Fahrlässigkeit im ärztlichen Handeln besteht nach meiner Ansicht aber besonders, wenn man gerade die schulmedizinische Therapie, die notwendig wäre, als traumatisierend bewertet und dadurch die Patienten auf eine ganz andere, eben spirituelle Linie führen möchte. Man muss in diesem Zusammenhang auch wissen, dass die Psychotherapien bei Frau Bornschein grundsätzlich nicht Psychotherapien, sondern spirituelle Unterweisungen sind (siehe auch Brief vom 24.11.11, der mir ebenfalls von Frau B. bei unserer letzten Begegnung übergeben wurde).

Brief von Christine Bornschein an Erika B. vom 24.11.11

Man kann Frau Bornscheins ärztliches Handeln nicht begreifen, wenn man nicht den Hintergrund beachtet, dass sie mit den Patienten – nicht nur im Fall von Erika B., sondern auch in vielen anderen Fällen – Verbündete für ihr persönliches Leben und die Verwirklichung ihrer spirituellen Ideologie sucht. Dieser Sachverhalt, wie sie Patienten für sich benützt, anstatt sie korrekt zu behandeln, wird aber umso gravierender, da Frau Bornschein sogar im Vollbesitz ihrer psychischen Kräfte fahrlässig und zerstörerisch handelt.

So erzählte Frau Bornschein selbst mir tatsächlich, dass es Frau B. in der psychiatrischen Klinik und mit der Einahme hoch dosierter Psychopharmaka wesentlich besser ging als danach, als sie bei ihr in Behandlung war. Auch ihr Ehemann, der Arzt Dr. Willi Bornschein, der Frau B. ebenfalls gut kannte, sagte, dass sie einer regelmässigen Neuroleptikatherapie dringend bedurft hätte. Obwohl Frau Bornschein sich offensichtlich dieser Tatsachen und Notwendigkeiten bewusst war, hat sie ihrer Patientin Erika B. aber nur Medikamente gegeben, wenn diese aus ihrer psychischen Not heraus darum gebeten hatte. Dies hat Frau Bornschein selbst mir „stolz“ und ohne jeden Selbstzweifel erzählt. Blutwertkontrollen, wie dies bei Neuroleptikatherapie obligatorisch ist, fanden keine statt.

Es ist bezeichnend für das „therapeutische“ Arbeiten von Frau Bornschein, dass sie einer psychisch schwer kranken Patientin die notwendige medikamentöse Therapie vorenthält, aber auf der anderen Seite unzähligen psychisch gesunden Patienten schwere Neuroleptika aufdrängt, wie beispielsweise meiner Frau Cornelia Oppermann, meinen Kletterfreunden Uli Grooten und Sandra Schieder, meinen Kolleginnen Tamara Kirschbaum und Carmen Kraus, die allesamt von Frau Bornschein mit Zyprexa behandelt wurden, ohne schizophren oder ansatzweise psychosekrank zu sein. Für mich zeigt sich in dieser Tatsache, dass Frau Bornschein Neuroleptika eben nicht therapeutisch einsetzt, sondern sie diese benutzt, um Patienten in ihrem Bewusstsein zu schwächen und in eine Abhängigkeit zu sich zu führen.

Wie kam es zum Suizid?

Im Herbst 2013 erfuhr ich von Sigrid Königseder, ebenfalls frühere Patientin beim Ärzteehepaar und im Jahre 2012 im Zuge ihrer Mediationsbemühungen in häufigem Kontakt mit Christine Bornschein, dass dieser spätestens im November 2012 bewusst war, dass Erika B. zunehmend suizidal wurde. Sie wurde auch von Frau Königseder, die aus ihrer Arbeit als Sozialpädagogin selbst Erfahrung mit suizidalen Klienten hat, eindringlich ermahnt, dass Frau B. in eine Klinik gehöre und unbedingt eine fachkundige, psychiatrische Therapie brauche. Aber Christine Bornschein tat dies, nach Aussage Sigrid Königseders, nur mit den Worten ab, dass Frau B. in der Klinik retraumatisiert werde. Ihrer Patientin könne nur Sai Baba und die enge Beziehung zu ihr (also Frau Bornschein) noch helfen, da durch sie selbst die Heilkraft Sai Babas wirksam sei. Diese Worte kann man nicht anders verstehen, als dass Frau Bornschein selbst die „göttliche Quelle der Heilung“ ist und deshalb alles unterlässt, sowohl eigene adäquate therapeutische Maßnahmen, wie auch die notwendige Einweisung in die Klink, was Frau B.´s psychischen Zustand hätte stabilisieren können.

Wenige Wochen später, am 19.12.12, versucht Frau B. dann das erste Mal, sich das Leben zu nehmen. Sie nimmt in ihrer Wohnung eine Überdosis Schlafmittel und Zyprexa, das Neuroleptikum, das sie von Frau Bornschein sporadisch erhalten hatte. Sie wird in die Klinik „Rechts der Isar“ in München auf die toxikologische Station eingeliefert, wo sie sich bis zum 24.12. befindet. Aus dem Arztbrief, den Herr B. auf Nachfrage in der Klinik erhalten hatte, geht hervor, dass „deutlicher Unterstützungsbedarf“ besteht und die Patientin „sehr belastet“ ist (psychiatrisches Konsil am 20.12). Am 21.12. wird Frau B. als „Patientin mit dringend indizierter stationär psychiatrischer Behandlung“ beschrieben.

Arztbrief der Klinik „Rechts der Isar“ an Christine Bornschein vom 24.12.12

Die Klinikärzte schätzen den Zustand von Erika B. also als ausgesprochen ernst ein. Wie schildert sie selbst ihre psychische Verfassung?

Im Abschiedsbrief vom 19.12.12 schreibt sie: „Nachdem auch mein Anwalt Herr Bauer für die Gegenseite tätig ist, habe ich nun keinerlei Kraft mehr. Durch seine entsprechenden Äusserungen wurde ständig meine Angst geschürt und mir meine Hilflosigkeit aufgezeigt. Meine Kraft ist verbraucht und ich sehe keinen Ausweg mehr.“ Am 22.12.12 bittet sie ihre Ärztin Christine Bornschein darum, RA Bauer mitzuteilen, dass sie ihm das Mandant entziehen wird. Sie sieht keinen Sinn in weiteren Gerichtsklagen, die sie zudem in weitere Schwächezustände treiben würden.

Erika B.´s Abschiedsbrief vom 19.12.12 (aus dem Nachlass von Erika B.)

Notiz von Christine Bornschein über ein Gespräch mit Erika B. in der Klinik am 22.12.12 (aus dem Nachlass von Erika B.)

Frau B.´s Selbsteinschätzung stimmt mit dem Eindruck der Klinikärzte also überein. Sie wünscht auch selbst eine stationäre Klinikunterbringung und bittet ihre vertraute Therapeutin um Hilfe wegen ihrer Bedrängnis durch den Rechtsanwalt. Wie reagiert aber Christine Bornschein?

Am gleichen Tag schreibt sie ein Fax an RA Bauer und seine Frau mit „gesegneten und friedvollen“  Weihnachtswünschen und vermittelt ihm, dass es Frau B. gut geht und sie gerne über seine nächsten geplanten juristischen Schritte und Ziele informiert werden möchte. Anstatt ihm mitzuteilen, dass Frau B. ihm das Mandat entzieht, weil sie sich durch seinen Druck beängstigt und in die Enge getrieben fühlt, schreibt Frau Bornschein von den „geldgierbedingten Aggressionen“ der „Gegenpartei“ und, dass diese „Gegenpartei“ Frau B. „wieder psychiatrisch einsperren und entmündigen will“.

Fax von Christine Bornschein an RA Bauer vom 22.12.12 (aus dem Nachlass von Erika B.)

An Erika B. selbst appelliert sie in einem ausgesprochen verwirrenden und untergründig hoch manipulativen Schreiben, das nur eine spirituelle Führerin, aber niemals eine Therapeutin verfassen kann: „Mach weiter.“  und „Vertrau!“. Solche unkonkreten Appelle sind nach allem, was Frau Bornschein an medizinischem Wissen gelernt hat, für eine psychisch kranke Person völlig ungeeignet und müssen sie in weitere Schwierigkeiten bringen. Frau Bornschein war deshalb nicht eine seriöse Therapeutin, sondern spirituelle Führerin und gab sich aber trotzdem als Ärztin aus. Die Patientin Erika B. wurde nach meiner Einschätzung extrem und fahrlässig überfordert und außerdem noch für persönliche und unlautere Zwecke der Ärztin benutzt.

Schreiben von Christine Bornschein an Erika B., vermutlich am 22.12.12 (aus dem Nachlass von Erika B.)

Diese Schreiben hatte Herr B. beim Ausräumen der Wohnung seiner verstorbenen Frau gefunden. Sie zeigen sehr deutlich, wie Christine Bornschein durch gezielte Lügen andere zur Durchsetzung ihrer eigenen Ziele manipuliert, ohne dass diese es selbst bemerken können. Wie könnte RA Bauer wissen, dass er von Christine Bornschein bewusst angelogen wird?

Was geschah genau?

Es bleibt bis heute die Frage offen, wie es zu der frühzeitigen und tragischen Entlassung von Erika B. aus der Klinik kommen konnte. Wenn man alle Informationen zusammennimmt, entsteht der dringende Verdacht, dass Christine Bornschein die treibende Kraft hinter dieser Entscheidung der Klinikärzte war, so wie sie durch ihre lügenhaften Manipulationen auch die treibende Kraft hinter der Arbeit von RA Bauer ist.

Die psychiatrischen Konsile vom 20. und 21.12. beschreiben den psychischen Zustand der Patientin als schwerwiegend. Aus den zitierten Schreiben geht hervor, dass Christine Bornschein Frau B. am 22.12. in der Klinik besucht und mit den behandelnden Ärzten gesprochen hat. Für diesen und den nächsten Tag ist merkwürdigerweise kein Konsil im Arztbericht eingetragen. Warum? Was hat Frau Bornschein mit den behandelnden Ärzten besprochen? Denn am 24.12. wird Frau B. plötzlich entlassen, weil die Patientin selbst, d.h. eine psychisch schwer kranke, wahnhafte Frau mit einem „paranoid depressiven Syndrom mit schizoaffektiver Störung“, die gerade einen Suizidversuch begangen hat und nach Ansicht der Ärzte dringend „stationär psychiatrische Behandlung“ braucht (!!), angibt, es „gehe ihr jetzt deutlich besser“ und ausserdem ihre Entlassung wünscht!!

Mit gesundem Menschenverstand geurteilt, kann es bei dieser Entscheidung der Ärzte nicht mit rechten Dingen zugegangen sein. Zumal sowohl der Chefarzt der toxokologischen wie der psychiatrischen Abteilung auf Nachfrage von Herrn B. angaben, dass seine Frau gegen ihren ausdrücklichen ärztlichen Rat entlassen wurden. Es drängt sich schon fast die Vermutung auf, dass Christine Bornschein den Ärzten gegenüber vorgab, dass sie sich als die vertraute Therapeutin, die ihre Patientin gut kennt, um Frau B. kümmern würde, damit diese ungewöhnliche und frühzeitige Entlassung zu rechtfertigen sei. Zum jetzigen Zeitpunkt ist dies aber noch eine Mutmaßung.

Tatsache aber ist, dass Frau Bornschein direkt anschliessend mit ihrem Mann in ihr Ferienhaus nach Südfrankreich verreist. Tatsache ist auch, dass sie gegenüber einem Zeugen mit sichtlich schlechtem Gewissen wenige Tage nach dem Suizid erzählte, dass ihr Mann sie überredet hätte, trotz Erika B.´s schlechtem Zustand in den Urlaub zu fahren. Wenn man Christine Bornschein kennt, dann weiss man allerdings, dass sie sich immer aus ihrer Verantwortung zurückzieht und andere für ihre eigenen Fehler für schuldig erklärt.

Was antwortete mir nun aber Christine Bornschein, als ich sie etwa zwei Monate nach den Suizid direkt und geradeheraus fragte, warum Erika B. sich umgebracht hatte?

Sie antwortete ohne jegliches Zögern, sozusagen wie aus der Pistole geschossen: „Weil RA Bauer vor Weihnachten unbedingt noch gerichtliche Sachen durchbringen wollte und sie damit überfordert hatte.“ Sie behauptete auch, dass sie deswegen Erika B. kurz vor Weihnachten in die Klinik eingewiesen hätte, weil sie ihre Patientin vor RA Bauer schützen wollte. Eine Patientin, die psychisch krank ist, wird von ihrer Ärztin erst zu ihrem eigenen, persönlichen Anwalt gebracht. Dem Anwalt selbst werden falsche Tatsachen vorgegeben. Und nun aber, nachdem der Suizid eingetreten ist, wird der „gute Anwalt mit Herz“, der RA Bauer, als der Schuldige für den Suizid bezeichnet.

Die Zeit nach der Entlassung bis zum Tod

Als Erika B. entlassen wird, sie ruft ihren Sohn an und sagt zu ihm (im offensichtlichen Widerspruch zum Arztbericht: „es gehe jetzt deutlich besser“), dass sie nicht mehr weiter wisse. Frau B. wirkt verzweifelt, ihren Selbstmordversuch erwähnt sie aber nicht. Daraufhin lädt der Sohn seine Mutter über die Feiertage zu sich ein, damit sie nicht alleine ist, und Frau B. verbringt die nächsten Tage bei ihm. Er sieht den Besorgnis erregenden Zustand seiner Mutter und beschliesst, zwischen seinen Eltern wegen der Vermögensstreitigkeiten zu vermitteln. Seit Jahren verfolgt er, wie sich beide in den juristischen Prozessen aufreiben, und so schlägt er ihnen jetzt vor, sich aussergerichtlich zu einigen. Er möchte seinen Eltern helfen, dass sie endlich einen Schlussstrich ziehen können und so jeder für sich einen Neubeginn unabhängig von diesem Streit beginnen könne. Seine Mutter scheint mit dieser Vorstellung einen gewissen Frieden zu finden. Mit seinem Vater steht er telefonisch in Kontakt. Zum ersten Mal seit langem scheint ein Dialog wieder möglich, und so beginnt der Sohn mit seinen Eltern eine Vereinbarung auszuarbeiten.

Bevor Erika B. ihren Sohn verlässt, telefoniert sie aus seiner Wohnung mit Christine Bornschein, die sich noch immer in Südfrankreich befindet. Am frühen Abend des 31.12.12 telefonieren beide miteinander, um nochmals einige Fragen wegen der Vereinbarung zu besprechen. Es ist dem Sohn wichtig, dass beide Eltern der Vereinbarung zustimmen können, ohne dass sich jemand übervorteilt fühlt.

Am Neujahrstag kann der Sohn dann seine Mutter nicht mehr telefonisch erreichen. Nach ihren eigenen Worten stand aber Christine Bornschein am Sylvester- und Neujahrstag in intensivem telefonischen Kontakt mit Frau B., die auf sie einen guten, stabilen Eindruck gemacht habe. Am 2. Januar fährt Erika B. aus der Stadt raus Richtung Münchener Flughafen. Um 13:55 Uhr wirft sie sich in Hallbergmoos, der letzten S-Bahnstation vor dem Flughafen, vor den Zug und lässt sich überfahren.

Das „Team“ macht weiter

Zwei Wochen nachdem Frau B. Suizid begangen hatte, rief mich RA Bauer an. Wir kannten uns nicht und waren uns nie persönlich begegnet. Dies schien RA Bauer keine Hemmungen zu bereiten, denn er versuchte, mich in diesem Gespräch mit aller Vehemenz davon zu überzeugen, dass Herr B. seine Frau vorsätzlich in den Suizid getrieben getrieben hätte, um sich an ihr zu bereichern. Da RA Bauer aber für seine Behauptung offensichtlich keinerlei Beweise hatte, beauftragte er nun mich, Herrn B. auszuspionieren und ihm dann belastende Informationen zukommen zu lassen. RA Bauer, der von Frau Bornschein für den Suizid von Erika B. verantwortlich gemacht wird, der „gute Anwalt Bauer“, wollte nun Herrn B. anzeigen, dass er seine Frau vorsätzlich in den Suizid getrieben hätte, um sich ihr Vermögen anzueignen.

Ich aber nahm RA Bauer beim Wort und beschloss, Herrn B. und seinen Sohn kennenzulernen. Ich nahm mir allerdings die Freiheit, diesen Menschen unbefangen zu begegnen. Ich bemerkte, dass Herr B. gar nicht wusste, wer Frau Bornschein ist, obwohl sie ihn zu diesem Zeitpunkt schon als ihren Todfeind verhetzte. Der Sohn bemühte sich sogar Frau Bornscheins Adresse ausfindig zu machen, weil er sie zur Beerdigung der Mutter einladen wollte. Er dachte, sie sei eine wichtige Person für seine Mutter in ihrem letzten Lebensjahr gewesen.

Herr B. und sein Sohn kannten Frau Bornschein offensichtlich nicht, sie wollten ihr nichts Böses, im Gegenteil sie waren in einem, man könnte sagen, unschuldigen Sinne naiv ihr gegenüber. Was aber sagte Christine Bornschein, die hoch angesehene und unbescholtene Ärztin über den Sohn ihrer verstorbenen Patientin?

Sie sagte zu mir, dass er seine Mutter betrunken gemacht hätte, um ihr eine Unterschrift abpressen zu können. Der Sohn sei das Instrument, das den Willen vom Vater ausgeführt hätte, um sich das Vermögen seiner Mutter anzueignen. Tatsächlich gab es zu diesem Zeitpunkt noch gar keine Vereinbarung, die Erika B. hätte unterschreiben können. Die Projektionen der Frau Bornschein sind einzigartig in der Präzision, mit der sie ihr eigenen Gedanken und Absichten wiedergeben, denn es ist offensichtlich, dass das Testament ein Ausdruck der Instrumentalisierung von Frau B. durch Frau Bornschein ist und die Ärztin selbst den Vorteil aus dem Testament, das mit dem Suizid wirksam wurde, hatte.

Resümee

Jeder, mit dem ich sprach, war erschüttert über Erika B.´s Suizid, nur zwei Personen nicht: das waren meine Schwiegereltern Christine und Wilhelm Bornschein. Im Gegenteil: Christine Bornschein schien mir sogar eine Genugtuung über den Suizid ihrer Patientin zu verspüren. Schon vor Jahren hatte sie einmal zu mir gesagt, dass sich „das Licht in ihrer eigenen Aura vergrößert“, wenn jemand verstorben ist. Sie erklärte mir damals diese verstörende Aussage so, dass sie dann die Kraft der verstorbenen Seelen für sich nutzen kann.

In ihrem Abschiedsbrief schreibt Erika B. die erschütternden Worte:

„Hiermit bitte ich Sai Baba/Gott um Verzeihung, dass ich nicht mehr die Kraft habe, weiter zu kämpfen. Ich kann einfach nicht mehr! Liebe Christine (Dr. Bornschein), es gibt keine Worte dafür, was Du für mich bedeutest. Es tut mir sehr leid, dass ich Dich so enttäuschen muss. Meine Kraft reicht einfach nicht mehr aus. Du hast alles für mich getan, was möglich war. Du hast alles richtig gemacht.“

Heute verleugnet Christine Bornschein, jemals Erika B.´s Therapeutin gewesen zu sein. Sie bezeichnet sie als verrückte Frau, der nicht mehr zu helfen war. Ständig hätte sie angerufen und sie, die Ärztin, mit ihren Problemen und ihrem Schicksal belastet. Aber Erika B. sei undankbar und hätte sie verraten. Letztendlich sei es ihr auch nur ums Geld gegangen – „genauso wie ihrem Mann“.

 

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *