Myteriöser Artikel in der Presse

In der Münchner Regenbogenpresse wurde eine Artikel veröffentlicht mit dem Titel „Yoga-Gruppe verklagt Erben zweier Mordopfer“ (Münchner Merkur) oder “ Mysteriöse Prozess nach Mord an Truderinger Ehepaar (TZ) oder „Skurriler Prozess in München“ (Rosenheim24). Alle Artikel wurden von Michael Sommer verfasst und sind nahezu wort- und inhaltsgleich.

In dem Artikel werden 23 Personen, die gegen Bornscheins geklagt haben, von den Erben Bornscheins beschuldigt, sie seien an einem Mord beteiligt und hätten es auf das Erbe der Verstorbenen abgesehen. Christine Bornschein hätte sich zusammen mit ihrer Tochter Nelli in Italien bei einer Yogagruppe engagiert. Es sei dann wegen der Lehre zum Zerwürfnis gekommen, Christine Bornschein hätte ihre finanzielle Unterstützung zurückgezogen, Nelli hätte sich daraufhin von der Familie losgesagt, sich ihren Erbteil ausbezahlen lassen und ihren Mann Klaus geheiratet. Christine Bornschein sei daraufhin von den Mitgliedern der Gruppe verfolgt worden. Es hätte ein Rufmordkampagne gegeben, sie sei mit Anzeigen überzogen und schließlich von einem aus der Gruppe ermordet worden. Nun würden die Kläger durch Gerichtsbetrug an das Geld der Erbschaft herankommen wollen. Die Erben werden in dem Artikel mit strafrechtlichen Unterstellungen wörtlich zitiert, sie würden ihre Pressekampagne aber nur starten, weil sie eigentlich ihre Ruhe wollten. Die in dem Artikel Beschuldigten kommen aber nicht zu Wort, sie wurden auch nicht befragt.

Der Journalist berichtet von einer Verhandlung am Landgericht München, bei der vier Prozesse mit Vergleich abgeschlossen wurden. Es ging um jeweils 54 Euro! Er berichtet außerdem, dass der Richter von den anderen Klägern wegen Befangenheit abgelehnt wurde. Da die Verhandlung aber nicht von einem Richter, sondern von der vorsitzenden Richterin Gröncke-Müller geleitet wurde, lässt sich der Eindruck kaum verwehren, dass der Journalist Sommer gar nicht bei dem Prozess anwesend war. Nachdem er seine Informationen nur von Dritten, also von Ulrich B, Vera B. und Bernhard B. bezogen hat und es versäumt hat, auch die andere Seite zu befragen, muss es erlaubt sein, die sachlichen und faktischen Fehler in diesem Artikel zu korrigieren:

Den Erben geht es um das Familienansehen

Der Artikel beschreibt den schon seit Jahrzehnten schwelenden Familien- und Erbschaftskonflikt einer Münchner Millionärsfamilie. Die Eltern waren beide Ärzte, die wegen ihren eigenartigen spirituellen Behandlungsmethoden und ihrem Anspruch als spirituelle Meister in der Kritik standen. Sie waren beide bereits mehrfach wegen Arztrechtverletzungen rechtskräftig verurteilt. Christine Bornschein wurde zudem wegen Schweigepflichtverletzung, Kassenbetrug und rassistischen Äußerungen verurteilt. Beide Ärzte gaben aber nicht sich selbst die Schuld an ihren Rechtsverletzungen, sondern ihren Patienten.

Schon der Titel des Artikels stimmt nicht. Nicht eine Yoga-Gruppe verklagt Erben, sondern Patienten verklagten die Ärzte wegen Verletzung der ärztlichen Schweigepflicht und des Persönlichkeitsrechts. Die Nachfolger haben das Erbe angetreten und sind von sich aus dem Prozess beigetreten. Christine Bornschein ist nicht „guten Glaubens in diese Gruppe gegangen“, sondern sie hat selbst Yoga-Gruppen einberufen und geleitet. Sie hat nicht „diese Gruppe“ finanziell unterstützt, sondern ihre Patienten finanziell ausgenutzt. Sie wurde wegen mehrfachen Kassenbetrug rechtskräftig verurteilt. Sie ist nicht aus der Gruppe „ausgestiegen“ sondern ihre Schüler und Patienten sind bei ihr ausgestiegen, weil sie genug von ihren Gebetspraktiken und Behandlungsmethoden hatten. Sie selbst hat ihre Patienten angezeigt, weil diese ihre Patientenakte einsehen wollten, und sie hat sich dabei als Ärztin verleugnet. Bei sämtlichen Klagen wurde aber das Patientenverhältnis gerichtlich festgestellt.

Die in dem Artikel unterstellte Gruppe gibt es nicht und niemand muss sich öffentlich einer Gruppe zuschreiben lassen, wenn er dies nicht möchte (s. BVerfG 1 BvR 1531/96). Die Ärztin und spirituelle Meisterin Christine Bornschein führte aber eine Rachezug mit ärztlichen Mitteln (z.B. Schweigepflichtverletzungen) gegen ihre Schüler und Patienten, nachdem diese nicht mehr bei ihr mitmachen wollten.

Die Erben stehen nur deshalb vor Gericht, weil sie mit dem Millionenerbe auch die Schulden der Eltern übernommen haben und die von den Eltern verursachten Gerichtskosten nicht begleichen wollen. Die Erben führen mit dem Artikel nur die Rufmordkampagne gegen die ehemaligen Patienten weiter, indem sie diesen, wie in dem Artikel beschrieben, öffentlich Straftaten unterstellen (z.B. Betrug, Falschaussage vor Gericht u.a.).  Mit Unterlassungsklagen lässt sich kein Geld verdienen, weil das zu verhängende Ordnungsgeld immer in die Staatskasse geht, von Betrug mit Bereicherungsabsicht kann also schon deshalbe keine Rede sein

Die Erben verlagern mit dieser Stimmungmache lediglich ihren eigenen Familien- und Erbschaftkonflikt nach außen. Menschen einer Personengruppe zuzuschreiben und kollektiv anzuprangern bedeutet Diskriminierung und erzeugt in der Regel weitere Konflikte.

Wenn Sie einen Bericht über die Gerichtsverhandlung von einer Person lesen wollen, die auch tatsächlich anwesend war, empfehle ich diesen Kommentar von Brigitte Kachel. Ich empfehle auch den Artikel mit dem Titel „Inquisitionsprozess am Landgericht München“ auf der Seite http://www.selbstwerden.de

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