Fachlicher Vergleich

zwischen der Lehre von Frau Dr. Bornschein und den Aussagen von Heinz Grill zum Neuen Yogawillen

Vor ca. 30 Jahren lernte ich Frau Dr. Christine Bornschein im Ashram von Sri Bhagvan Rajnev kennen. Sie war dort sehr engagiert und in ärztlicher Funktion mit den Methoden, die dort gelehrt wurden, vertraut.

Über viele Jahre hinweg hatte ich mit ihr Gespräche, ob und inwieweit die Methoden, die sie damals gelernt und auch weiter gelehrt hatte, mit dem Bild eines freien Menschen vereinbar sind. Bis ca. 2004 hatte ich noch Kurse zur Astrologie bei ihr im Amun-Haus gegeben. Infolge der unterschiedlichen Weltauffassungen und vor allem über ihre und meine Vorstellungen von Freiheit in Therapie und Begleitung eines Patienten gab es große Diskrepanzen. Vor allem Ihr leichtfertiger Umgang mit starken Psychopharmaka, suggestiv manipulierenden Methoden und Bloßstellung intimster Geheimnisse von Patienten in Ihrer Gruppenarbeit stieß mich ab. Auch gab es ständig Auseinandersetzungen wegen meiner Art des Astrologieunterrichts. Für Sie gab es nur eine vollkommene Determination durch die Sterne und sie nutzte die Informationen zur Manipulation der Probanten in ihrem Sinne. Mein astrologischer Ansatz geht aber von der Freiheit des Menschen aus, der die in ihm astralisch angelegten Themen im Sinne einer Ich-Entwicklung lenken und gestalten kann. Durch die unterschiedlichen Grundeinstellungen war ein Konflikt unvermeidbar. Ich entschied mich schließlich zur intensiven Auseinandersetzung mit dem freien Menschenbild, das Heinz Grill in seinen spirituellen und philosophischen Darstellungen formuliert hatte. Die freieren und klareren Umgangsformen bei den Seminaren von Heinz Grill zog ich vor. Sie standen im krassen Gegensatz zu den von Frau Bornschein propagierten Methoden und Ihrer Art, Menschen mit Ihrem Wahrheitsanspruch und Missionierungskampangen unter Druck zu setzen.

Frau Dr. Bornschein reagierte wie üblich darauf. Sie startete über Jahre hinweg eine Verleumdungskampagne gegenüber mir und meinen Schülern  und hat schweren Druck auf mich ausgeübt, der mich schon damals in wirtschaftliche Nöte brachte. Sie konnte es nicht ertragen, dass ich nicht mehr bei ihr Schüler sein wollte und mich gegen ihr von Osho inspiriertes, aber letztlich doch sehr eigenewilliges Lehrsystem wehrte.

Wenn man einen fachlichen Vergleich zwischen den Lehren von Frau Dr. Bornschein und den Aussagen von Heinz Grill zu dem Neuen Yogawillen anstellt, werden die auf dieser Seite so zahlreich dargestellten Konflikte und Prozesse verständlicher und es erklärt sich auch, wie auch weitere Konflikte entstehen mussten. Diese sind nicht durch Zufall entstanden.

Die Lehre Bornschein zu Freiheit und Selbstbestimmung

Der einzelne Patient weiß nicht selbst, was für ihn gut ist. Dies weiß nur ein spirituell erleuchteter Meister oder eine von Barmherzigkeit durchdrungene Mutter. Frau Bornschein selbst bezeichnete sich als erleuchtet und gottgeweihte Mutter für alle Menschen.

Der neue Yogawille dazu:

  • Das Verhältnis zwischen Patienten und Arzt sollte zunehmend im sozialen Prozess im gegenseitigen Verstehen und Wahrnehmen gedeihen. Der Arzt bestimmt nicht über den Patienten

Durch widersprüchliche Verhaltensweisen kann der Patient intensiver an die Meisterin gebunden werden. Z.B. durch durch vordergründiges Lob, obwohl man eine ganz andere Wahrnehmung und Meinung vom Gegenüber hat. Gleichzeitiges hinter dem Rücken Schlechtreden untergräbt dann noch das Selbstbewusstsein des Patienten, der noch leichter beinflußbar und abhängig wird. (Gabelstaplereffekt, vorne hochheben und von hinten an die gewünschte Stelle schieben – ein Ausdruck vom Astrologen W. Döbereiner).

Der neue Yogawille dazu:

  • Die Person des Arztes sollte authentisch sein und im Sinne einer aufbauenden Kritik einen Themenbezug herstellen können. Er soll den Patienten weder mit Lob täuschen noch darf er überhaupt über den Patienten zu anderen reden.

Da der Patient nicht weiß, was für ihn gut ist, darf er in Hypnose zu seiner wahren Bestimmung geführt werden. Hierzu darf man aber den Patienten vorher nicht fragen, denn sonst ist er vorbelastet. Die Anwendung von Hypnose ohne Zustimmung des Patienten ist deshalb gerechtfertigt, da es nur zu seinem Besten geschehe.

Der neue Yogawille dazu:

  • Hypnosen und suggestive Methoden sind grundsätzlich abzulehnen, da sie in die freie Selbstbestimmung des Menschen eingreifen. Die Behandlung soll im besten Sinne das freie Ich fördern.

Die Anwendung von Mantren, Atemtechniken und suggestiven Formeln sind jederzeit berechtigt, denn sie schaden dem Menschen nicht sondern dienen seinem Weg zur Erleuchtung. Verwehrt er die Führung der Meisterin, darf er durchaus durch Medikamente zu dieser Akzeptanz gezwungen werden, denn es dient seinem Heil.

Der neue Yogawille dazu:

  •  Jegliche Fremdbestimmung und eingreifen in den freien Willen ist nach besten Gewissen zu vermeiden. Wenn der Arzt zu Patienten beispielsweise sagt, „wenn sie sich nicht operieren lassen, werden sie sterben“, so ist es eine moralisierende Formulierung, die das Selbstbewusstsein des Patienten herabmindert. Der Arzt ist verpflichtet, die eigene Stellung zu wahren, indem er beispielsweise ausdrückt: „aus medizinischer Sicht ist dringend zu einer Operation zu raten“, gleichzeitig sollte er aber den Patienten die Entscheidung zu Operation selbst zuzugestehen.

Die Lehre Bornschein zur Sexualität

Ähnlich wie Bhagvan Shri Rajnev lehrt Frau Dr. Bornschein mit ihrer ideologischen Auffassung, dass das Ziel des Lebens Sexualität, höchste emotionale Befreiung, lebende Emotionen und größtmögliche Freiheit gegenüber Verpflichtungen sei. Dies bezeichnet sie als Liebe. Diese Lebenseinstellung hatte sie scheinbar in einigen ihrer Gruppen demonstriert, als sie sich nackt vor einem Schüler postierte, um diesem das ewige Jugendlichsein zu beweisen und ihn zum sexuellen Ausschweifen zu gewinnen.

Der neue Yogawille dazu:

  • Emotionalität und Sexualität haben nicht die primäre Bedeutung, sie können durch die Entwicklung einer freien Sinnessphäre einen angemessen Platz einnehmen und auf eine höhere Stufe gehoben werden. Freiheit bedingt Verantwortung im Leben zu übernehmen.

Die Lehre Bornschein zu Gruppendynamiken

Intimitäten müssen vor der ganzen Gruppe geoutet werden, damit sich Blockaden und Traumen befreien, und der so Befreite offen für Spiritualität wird. Schüler und Lehrerin zogen sich in der Gruppe nackt aus und tanzten mit der Lehrerin. Der OM-Tanz nach Bhagwan endete nicht selten in sexuellen Gruppen-Extasen zusammen mit der Meisterin, die allerdings nicht mehr die Jüngste war. Mit der Zeit machte sie wohl aber die Erfahrung, dass die Offenbarung der intimen Privatsphäre und Schwächen der Patienten vor der Gruppe auf der psychologischen Ebene noch wirksamer waren als die offene zur Schau Stellung des Körpers.

Das Ausleben der Sexualität mit Patienten und Schülern in Gruppen war Teil des Schulungskonzeptes.

Der neue Yogawille dazu:

  •  Der Intimbereich des Menschen muss geschützt bleiben. Er soll nicht zur spirituellen Entwicklung  nach außen gekehrt werden. Spiritualität entwickelt sich nach objektiven Kriterien, die vergleichsweise wie eine Fremdsprache objektiv erlernt und geübt werden kann.
  •  Spiritualität entwickelt sich aus der Individuellen Auseinandersetzung, die in sinnvolle soziale Prozesse mündet. Jegliche energetische oder sexuelle Gruppenaktionen sind vollkommen kontraindiziert.

Die Lehre Bornschein zu Trance und Energetik

Hineingehen in die Energien des Körpers oder der Gruppe bis zur Trance ist erstrebenswerte Methodik, um Blockaden zu lösen.

Der neue Yogawille dazu:

  •  Der Schulungsweg setzt nicht im Subjektiven an, sondern in objektiven Gedanken, die weiter reflektiert und ausgeformt werden, bis sie authentischer Teil des Empfindungslebens und des sozialen Lebens werden. Primär ist die Wahrnehmung nach außen, nicht das Eintauchen nach innen.

Die Energieübertragung geschieht beispielsweise mit Daumendruck.

Der neue Yogawille dazu:

  • Nicht durch Energieübertragung vom Meister zum Schüler, sondern durch die eigenständige Entwicklung des Denkens, Fühlens und Willens werden aufbauende Kräfte entwickelt.

Lehre Bornschein zu Bewusstseinsmanipulation und Drogen

Im Ashram von Bhagvan war Drogenkonsum zur Bewusstseinsmanipulation normal. Dr. Bornschein erzählte mir, dass ihre eigene Tochter heroinsüchtig geworden sei und sie meinte, dies sei sogar gut, weil sie dadurch für den Geist durchlässig wurde. Drogen sind nach ihrer Meinung zur Geistdurchlässigkeit gerechtfertigt. Außerdem rechtfertigte sie damit mir gegenüber den von ihr getätigten Einsatz von starken Psychopharmaka auch bei Patienten die nicht der strengen medizinischen Indikation entsprachen.

Der neue Yogawille dazu:

  • Nicht Durchlässigkeit, nicht passive Offenheit oder mediale Empfänglichkeit sind das Ziel einer geistigen Schulung sonder die Entwicklung einer eigenständigen Denk-, Gefühls- und Willensbildung, die schließlich zu einer Stabilisierung und besseren Willensbildung des Menschen führt. Jegliche Form von Drogen und Alkoholkonsum sind strengstens kontraindiziert.

Lehre Bornschein zur Vermischung der Rollen und Ebenen:

Frau Dr. Bornschein ist Spirituelle Lehrerin, Ärztin und mütterliche Wegweiserin in einem.

Der neue Yogawille dazu:

  • Die Vermischung der Ebenen soll vermieden werden, mittels klarer Differenzierung der Standpunkte. Z.B. kann der Arzt sagen: „aus medizinischer Sicht sind diese und jene Maßnahmen, Medikamente etc. indiziert. Aus spiritueller Sicht, wäre es sinnvoll, Ziele und Ideale zu entwickeln, die nicht nur im subjektiv Persönlichen ansetzen.

Frau Bornschein verstand es durch mütterliches Charisma ein Aufgenommen- und Aufgebhobensein zu geben, denn nur in der Verbindung mit den Mutter kann Spiritualität aufgenommen werden.

  • Der erwachsene Patient braucht keine Mutter zur Geborgenheitssuche, sondern geeignete Inhalte,  die er in seinem Leben aufgreifen kann.

Lehre Bornschein zur Manipulation und Charismen:

Es ist berechtigt und notwendig, den Patienten durch manipulative und charismatische Einflüsse, dazu zu bewegen, Dinge zu tun, die er von sich aus nicht tun würde.

Der neue Yogawille dazu:

  • Yogische Charismen, die den Patienten zu Handlungen manipulieren, ohne dass er es selbst weiß und überprüfen kann, sind unter allen Umständen zu meiden. Der Patient soll in seinem Ich und damit in seiner Immunkraft gestärkt werden. Übungen sollen aus diesem Grund nur soweit praktiziert werden, als der Übende sie selbst verstehen und überschauen kann.

Lehre Bornschein zu „göttlichen Anweisungen“ 

Frau Bornschein unterrichtet, indem sie sagt, sie hätte Anweisungen von Sai Baba, Heinz Grill, Rudolf Steiner oder Babaji erhalten und lehre nun in deren Auftrag.

Der neue Yogawille dazu:

  • Im Sinne des Neuen Yogawillens ist die Sukzession nicht zur Ich-Stärkung geeignet. Spricht ein Lehrer über spirituelle Themen, so muss er sie selbst erarbeitet haben, sie authentisch vertreten und auch selbst verantworten. Er darf sich nicht auf eine höhere Macht berufen, die ihm die Verantwortung für sein Tun abnimmt.

Abschliessende Analyse:

Man kann sicherlich zu verschieden Zugänge zur Spiritualität unterschiedlicher Meinung sein. Wer aber als spirituell suchender oder als Patient eine freie Ich-Entwicklung anstrebt, wird feststellen, dass diese Konzepte sich gegenseitig ausschließen. Eine Vermischung der Konzepte muss zwangsläufig zu schwerwiegenden Konflikten eskalieren.

Mancher Leser wird sich vielleicht fragen, wie es möglich ist, dass Frau Dr. Bornschein trotzdem so lange Zugang zu den Seminaren und Fortbildungen bei Heinz Grill hatte, oder warum Sie überhaupt vorgab Schülerin bei Ihm zu Sein? Normalerweise geht man einfach nicht zu Veranstaltungen die der eigenen Überzeugung fundamental entgegenstehen. Meines Dafürhaltens geschah es zu dem Zweck, Patienten dort für das eigene spirituelle Projekt in München zu gewinnen. Frau Bornschein war mit ihrem spirituellem Zentrum bereits vollständig gescheitert.

Persönlich habe ich viele Jahre gebraucht, bis ich gesehen habe, dass diese unterschiedlichen Auffassungen miteinander unvereinbar sind, so dass es zu Schwierigkeiten kommen musste. Auch habe ich noch lange im stillen gehofft, dass Sie ihre schädlichen Methoden aufgibt.

Dies schreibe ich aber nicht um jemand nach dem Abscheiden noch etwas anzuhängen, sondern aus der Notwendigkeit der Aufklärung. Es sind zweifelsohne viele Traumen gesetzt worden, die auch heute noch wirksam sind und aus therapeutischer Sicht eine Aufarbeitung der Vergangenheit bedürfen.

Kommentare sind ausdrücklich erwünscht.

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