Interview über Frau Dr. Christine Bornschein

Dieses Interview wurde von L. Eymann mit Stephan Wunderlich geführt und zur Veröffentlichung freigegeben. Es möchte eine kontroverse Diskussion anregen. Jeder Kommentar, insofern er nicht beleidigend oder strafrechtlich ist, wird veröffentlicht.

Herr Wunderlich, im Internet gibt es zahlreiche Eintragungen über Frau Dr. Bornschein, es wird dort auch von zahlreichen Gerichtsprozessen berichtet. Diese Sache scheint sehr umstritten und einen großen Raum einzunehmen. Deshalb möchte ich einmal einige Fragen an Sie stellen:

Wer war Ihrer Meinung nach Frau Dr. Bornschein?

Äußerlich war sie eine Ärztin, aber nur äußerlich.

Was heißt äußerlich? Hat sie sich als Ärztin falsch ausgegeben?

Vermutlich hat sie schon eine Approbation. Wenn auch diese von zahlreichen anderen Ärztekollegen in Frage gestellt wurde. Ihre Kompetenz als Ärztin war aber sehr umstritten. Bei ihr gab es nur zwei Diagnosen, die eine war „psychisch krank“ und die andere war „spirituell und gesund“.

Sie sprechen die spirituelle Seite in Verbindung mit ärztlichen Behandlungen an. Was meinen Sie damit?

Es gibt eine Internetseite von Frau Dr. Bornschein, in der sie sich als große spirituelle Lehrerin vorstellt und Werbung für sich macht.

Es wurde gesagt, dass diese Internetseite von anderen, also von einer Sekte angefertigt worden sei und dass es sich um Identitätsdiebstahl handle.

Christine Bornschein macht das sehr geschickt, denn sie weiß, dass sie als Ärztin keine Werbung machen darf. Sie beauftragte Schüler von sich und fertigte diese Seite auf anonymer Basis an. Belege hierzu liegen vor. Auch vor Gericht hatte sie nicht bestritten, diese Seite selbst erstellt zu haben.

Wie ist das Selbstverständnis von Christine Bornschein? Wie definiert sie ihre Tätigkeit?

Das ist ein sehr großes Kapitel. Die Antwort könnte ein ganzes Buch umfassen. Ich tue mich schwer, die Spiritualität oder die spirituellen Bezeichnungen von Frau Bornschein wiederzugeben.

Könnten sie wenigstens in einigen Grundzügen die spirituelle Erlebenswelt von Fr. Bornschein skizzieren?

Sicher wirken meine Worte in der Kürze sehr pauschal. Sie hatte bei C.G. Jung das kollektive Unbewusste studiert und Spiritualität bei Osho Bhagwan erworben. Nach meinem Wissen und Erzählungen ihrerseits hatte sie eine leitende Funktion in der damaligen Bhagwan-Bewegung und kannte Osho selbst. Sie hatte sogar einmal in einem Kurs erzählt, dass sie mit ihm intime Erfahrungen gesammelt hatte. Sie musste eine der vertrauten und engsten Schülerinnen von ihm gewesen sein. Dort lernte sie Formen der Meditation, Hypnose und Beeinflussungen des Unbewussten und Techniken, wie z.B. Erstickungsgefühle bei Menschen auszulösen, damit sie emotional befreit werden.

Was halten Sie von diesen spiritistischen Techniken in der Bhagwan-Szene?

Nichts. Für den anthroposophischen Schulungsweg und den Schulungsweg von Heinz Grill sind solche Methoden absolut kontraindiziert. Sie sind gegen die Selbstbestimmung des Menschen.

Aber wie erklären Sie die Internetseite, in der sie sich als das Licht der Welt bezeichnet und als das Licht für Sai Baba und spirituelle Lehrer?

Ich selbst wie auch andere Bekannte sehen diese Internetseite als Wahnidee und sehen auch, dass Frau Bornschein religiöse Wahnideen demonstrierte.

Aber wenn sie sich als das Licht der Welt bezeichnet, nimmt sie da nicht den Status des Christus ein?

Sie selbst äußerte, sie leide jedenfalls mehr als der Christus, weil sie von einer Sekte verfolgt werde. Der Verfolger sei Heinz Grill, dessen innere Lehrerin sie gewesen sei. Gegenüber ihren Schülern meinte sie, sie wäre in früheren Leben Emanuel Kant gewesen und hätte Heinz Grill als Schüler schon unterrichtet. Sein ganzes Lebenswerk sei Heinz Grill von ihr medial übermittelt worden.

Im Internet habe ich erfahren, dass sie bereits einen Tötungsanschlag mit Gift an Heinz Grill verübt hat?

Ja, das war 2003. Sie selbst sprach darüber, dass sie ihm das Licht der geistigen Welt geben und ihn von den irdischen Fesseln und allen Leiden befreien wollte.

Was sagte Heinz Grill hierzu?

Nachdem der Giftanschlag gescheitert war und die Wahnidee im internen Gespräch aufgeklärt wurde, nahmen Sigrid Königseder und auch Heinz Grill die Mühe auf, Frau Bornschein zu ärztlicher nicht spiritueller Tätigkeit und zu mehr Verantwortung zu ermahnen. Sigrid Königseder als Sozialpädagogin nahm hierzu eine Betreuungsfunktion ein. Der Mordanschlag in seiner ganzen Tragweite konnte aber damals noch nicht vollständig aufgeklärt werden.

Dann war also bekannt, dass Frau Bornschein infolge ihrer spirituellen Wahnideen psychisch krank war?

Ja. Diese Tatsache wurde jedoch nicht sehr weit nach außen kommuniziert. Leider aber wäre die Aufklärung schon damals 2003 notwendig gewesen. Frau Bornschein hinterging sowohl Heinz Grill wie auch Sigrid Königseder und andere, die von diesem Ereignis wussten, wieder erneut. Sie arbeitete von nun an mit Hilfe von vertrauten Schülerinnen von ihr, um langsam den Tod von Heinz Grill vorzubereiten, um sich sodann als die eigentliche Lehrerin und das Oberhaupt in der von Heinz Grill begründete Yogarichtung zu institutionieren. Heinz Grill sollte dann der leuchtende Stern, wie eine geistige Sonne, über allen sein und sie wollte als die göttliche Mutter den irdischen Pol der Verehrung darstellen. Ihren eigenen Schülern offenbarte sie, dass bis 2010 Heinz Grill verstorben sein müsse und sie dann die Führung übernehme.

Wir haben aber mittlerweile schon 2015 und soweit ich in Kenntnis bin, lebt Heinz Grill noch?

Ja, das ist richtig. Die Tatsache störte Frau Bornschein und deshalb sandte sie ihre eigene Tochter zu Heinz Grill und wollte sie gegen den Willen der beiden verkuppeln. Dies war etwa Anfang 2012.

Wieso denn das? Was hätte ihr das gebracht?

Sie meinte, sie sei doch nun zu alt für Heinz Grill und sie müsse das Blut ihrer Familie mit dieser Art Spiritualität verbinden.

Was sagte Heinz Grill zu dieser eigenartigen Forderung?

Er explodierte auf „nicht-yogische“ Weise!

Kann es nicht sein, dass Heinz Grill nicht vielleicht doch Interesse an einer jungen hübschen Frau gehabt hat?

Ich kenne Heinz Grill 20 Jahre. Neben seinen erstaunlichen Fähigkeiten zu pädagogischem und verbindendem Umgang für andere Menschen kann er mit Frauen wohl auf beste Weise umgehen. Diese erzählen jedenfalls, dass sie bei ihm eine Atmosphäre erleben, die alles andere als sexuell geprägt ist. Er selbst bezeichnet dies als freie Sinnessphäre. Er hätte sich nie auf eine Beziehungsverkupplung eingelassen.

Hatte Frau Bornschein ein besonders nahes Verhältnis zu Heinz Grill?

Nein. Aber ich bemerkte, dass sie unbedingt eine Art besondere Nähe zu ihm begehrte und er sie aber strikt zurückwies. Wenn sie bei ihm in einem Kurs war, drängte sie sich immer in die vorderste Reihe, um sich neben ihm zu platzieren. Er aber wählte dann flexibel inmitten des Publikums einen anderen Platz.

Ich habe aus den beiden Zivilprozessen, die zwischen Heinz Grill und Frau Bornschein stattfanden, entnommen, dass sie Heinz Grill als psychisch krank bezeichnete.

Das ist richtig. Sie schrieb Patientenakten über ihn und verteilte diese, damit sie ihn in aller Öffentlichkeit als schizophren Psychopathen und als einen hoffnungslosen Fall eines Machtmenschen darstelle. Sie ließ sogar Personen schwören, damit sie gegen Heinz Grill eine Art Eid ablegen sollen. Nachdem sie ihn in Südfrankreich im Jahr 2003 nicht beseitigen konnte und der Verkupplungsversuch misslang, begann sie als Ärztin eine großflächige Psychiatrisierungs- und Verfolgungsaktion gegen ihn. Er war von nun an schuldig für alles. Als der Mann Willi sich den Arm brach, war Heinz Grill daran schuld. Der Armbruch jedoch war nur simuliert. Frau und auch Herr Bornschein konnten diesen simulierten Armbruch für sich günstig zum Ofperstatus verwerten. Vor Gericht gaben sie an, der Arm sei infolge einer riesigen Stalkingaktion gegen sie gebrochen und Willi Bornschein wäre an der Gartentür des Hauses schwerst gestürzt und von den Lasten der Verfolgung zusammengebrochen. Gleichzeitig aber forderten sie von einem Hotel, in dem beide übernachteten, mit dem gleichen simulierten Armbruch Schadenersatz, da Willi infolge der glatten Fliesen in der Dusche ausgerutscht sei. Gegenüber Patienten machte der eingebundene simulierte Arm einen guten Eindruck.  Jeder konnte nun glauben, es handle sich um schwerste Verfolgung.

Gab Frau Bornschein nicht im Auftrag von Heinz Grill Ausbildungen in München?

Ja. Sie bezeichnete sich als die von Heinz Grill beauftragte Nachfolgerin für Ausbildungslehrgänge im Neuen Yogawillen. In diesen Kursen wurde jedoch auf das Unbewusste durch Hypnosetechniken und gruppenbiographische Sitzungen Einfluss ausgeübt. Heute gibt es eine große Zahl von traumatisierten Personen, die an diesen Ausbildungen teilgenommen haben. Im gesunden Zustand begannen sie diese scheinbaren Lehrgänge und sie endeten fast alle im Praxiszimmer von Frau Bornschein. Ein zentrales Thema dieser Ausbildung waren die Runenstellungen, die sie trotz ihres nationalsozialistischen Beigeschmacks als Fortsetzung des Neuen Yogawillens ausgab und für die Aufrichtung des germanischen Volksgeistes angemessen sah.

Wie konnte Heinz Grill diesen Ausbildungen zustimmen, nachdem er mit ihr bereits Erfahrungen von einem leiblichen Tötungsversuch miterleben musste?

Kaum konnte eine wirkliche Aufklärung bis zum heutigen Tag über diese Ausbildungslehrgänge erfolgen. Heinz Grill hatte Frau Bornschein aufgefordert, sich von spirituellen, spiritistischen, hypnotischen Techniken und Osho-Praktiken vollständig zu distanzieren und als Ärztin seriöse Arbeit aufzunehmen. Ihm gegenüber äußerte sie aber, sie sei für die Ausbildung nur die Vermieterin des Hauses und einige Mitarbeiter wie Gerlinde Nagl-Beiner und Erika Berrenberg würden die Lehrgänge leiten.

Wie konnte dieser Betrug so lange geheim gehalten werden. Nach meinen Informationen gab es 3 Yogalehrer-Ausbildungen in München.

Frau Bornschein versammelte eine eigene Gruppe um sich, ließ die Interessenten schwören, die wirkliche Arbeit geheim zu halten. Den Teilnehmern fehlen vielfach die Erinnerungen von Praxisgesprächen und erst über die Jahre hinweg wurde bekannt, dass viele der Teilnehmer in diesen Ausbildungskursen zur Einnahme von Psychopharmaka überredet wurden. Es wurde heimliche Hypnose angewandt und innerhalb eines Kurses gab es infolge fachlicher Inkompetenz acht Bandscheibenvorfälle. Mehrere Personen sind infolge von entstandenen Krankheiten verstorben.

Was war der Lehrinhalt von Frau Bornschein in den Kursen?

Das ist eine gute Frage. Sie gab sich als Yogalehrerin und engste Vertraute von Heinz Grill aus, hatte aber weder einen Ausbildungsgang für Yogaübungen besucht, noch war sie eine Vertraute von Heinz Grill. Die Teilnehmer dieser Kurse berichteten, dass sie neben den Hypnose- und Biographiearbeiten Vorträge über indische Philosophie hielt, jedoch in diesen Vorträgen auf personifizierte Weise von ihrer eigenen Familie sprach. Wenn sie von Rama oder Krishna sprach, meinte sie beispielsweise ihren eigenen Mann und von der Enkelin sprach sie von Yamuna, von ihren Kindern von den Deva. Leider konnte keiner Teilnehmer Frau Bornschein folgen. Sie meinte, „wenn ihr einmal genügend Weisheit erlangt haben werdet, dann werdet ihr diese hohen Worte des Dialoges verstehen.“ Es war eine Leidensszene, wie Teilnehmer berichten.

Wie können sie sich erklären, dass Teilnehmer nicht sofort den Saal verließen? Ein Yogalehrerkurs müsste Freude bereiten und dürfte nicht Leiden sein.

Das System zu dieser Zeit war nach Aussagen von der Tochter und anderen Mithilfen des Kurses perfektioniert. Sobald sich jemand kritisch gegen Frau Bornschein äußerte, sandte sie ihre eigene Tochter zu diesem, um Gewissensdruck auszuüben. Teilweise setzte sie finanzielle Mittel zur Bindung ein. Bei Abtrünnigen wurde jedes Mal die ganze Gruppe mit intimsten schweigepflichtigen Informationen versorgt, damit auch die Gruppe Druck auf den Einzelnen ausübt. Der Einzelne, der sich gegen Frau Bornschein und ihre Methoden aussprach, wurde als psychisch krank erklärt und entweder zur Therapie überredet oder mit Schweigepflichtverletzungen verleumdet. Mehr als die Hälfte aller Kursteilnehmer bekam das schwere Neuroleptikum Zyprexa.

Viele Patienten klagen gegen Frau Bornschein wegen Schweigepflichtverletzung. Was können Sie hierzu sagen?

Das System von Frau Bornschein ist sehr perfektioniert. Sie gab beispielsweise die Informationen, die sie über einen Patienten im Therapiegespräch erfuhr, per Patientenakte sowohl in der Familie als auch in ihrem vertrauten Gebets- und Schülerkreis weiter.  Die einzelnen Schüler wurden zum Gebet gegenüber den Patienten beauftragt. Die Patientenakte sei das „Blut des Patienten“ und wer in der Information oder im Besitz dieser Akte ist, könne mithilfe von Gedanken das Blut des Patienten bereinigen. Die Weitergabe der Patientenakte in die Gebetskreise geschehe deshalb nur zum Wohl des Patienten.

Was sagen diese Personen, die in einem solchen Gebetskreis mit Frau Bornschein zusammengearbeitet haben?

Ich erinnere mich an eine Aussage von einer sehr langjährigen Patientin von Frau Bornschein. Sie selbst gab immer wieder verschiedene darshans, d.h. sie zeigte sich als die strahlende Lichtperson wie eine göttliche Inkarnation. „Blicke zu mir“, forderte sie sogar auf schriftliche Weise eine Schülerin auf, „dadurch wirst du Befreiung erleben“. Einer anderen sagte sie, sie dürfe nicht zu oft mit ihr zusammentreffen, um nicht zu sehr in ein spirituelles Getragensein zu kommen. Eine langjährige Schülerin berichtet, dass diese Gebetskreise schon sehr weit zurückgehen. Bereits 1988 betete eine Gruppe von 40 Personen im Angesicht von Frau Bornschein, dass Franz Josef Strauß, der damalige Politiker, versterben solle. Als in relativ kurzer Zeit tatsächlich Franz Josef Strauß verstarb, erschraken sogar die Teilnehmer von dieser Gebetsrunde und verließen ihre Meisterin. Sie wollten diese Verantwortung über das Tun nicht übernehmen. Frau Bornschein äußerte sich gegenüber anderen Schülern, dass jene noch nicht so weit seien und das göttliche dharma (Sanskrit: Gesetzt, Ordnung) noch nicht verstehen.

Gibt es diese Gebetskreise heute noch?

Scheinbar ja, denn heftige Drohungen von Verdammnis u.ä. äußern einige dieser Schüler per Mail oder Telefonat.

In der Zeitung stand, dass die Familie Bornschein Multimillionäre sind, 30 ha Baugrund in München besitzen und einen großes Imperium mit Geld anführen. Wie stand Frau Bornschein dem Geld gegenüber?

Das erste Mal, als ich sie traf, erzählte sie mir eine große Geschichte eines Betruges, an dem Willi und Christine Bornschein beteiligt waren. Sie hatten sich in der Ukraine an Erdgasgeschäften beteiligt, die pro Monat 4 Millionen DM Rendite gegeben hätten. Da es sich aber insgesamt um ein Betrugsprojekt handelte, ließ der russische Präsident Putin die dort tätigen Personen verhaften. Das Ehepaar Bornschein verlor scheinbar viel Geld, konnte aber infolge des Aufenthaltsortes im Ausland der Verhaftung entkommen. Seither hetzte Frau Bornschein regelmäßig in Yogakursen gegen Putin, er sei ein Barbar. Sie hätte mit dem Geld in München das größte spirituelle Zentrum zum Allgemeinwohl der ganzen Menschheit aufrichten wollen.

Frau Bornschein muss also wirklich sehr reich gewesen sein?

Ich glaube schon. Sie gab sich aber als die arme Verfolgte vor Gericht aus, die kein Geld habe. Als sie wegen des wiederholten Namensmissbrauchs an Heinz Grill einen vergleichsweise geringe Strafe von 600 € Ordnungsgeld zahlen musste, klagte sie schwer.

Wurde Frau Bornschein nicht einmal wegen Kassenbetrugs verurteilt?

Ja. Die Staatsanwaltschaft nahm aber nur drei Fälle zur Kenntnis. Nach meinem Wissen waren alle Therapiestunden, die Frau Bornschein gab, Kassenbetrug, denn sie setzte innerhalb der Therapie ihre Familiengeschichten und ihre eigenen spirituellen Vorstellungen in die Mitte. Therapie bedeutete bei vielen Patienten Eingliederung in ein persönliches Vertrauens- und Abhängigkeitsverhältnis. Patienten dienten vielfach für den Gebetskreis und für Kulthandlungen. Die kassenärztliche Vereinigung hatte mehrfach Rückforderungen an Frau Bornschein gestellt, während die Staatsanwaltschaft den Kassenbetrug nicht wirklich verfolgte. Sie erhielt nur einen Strafbefehl von insgesamt 3.000.- €.

Gab es nicht noch eine ganze Reihe anderer Anzeigen infolge von Straftaten von Frau Bornschein?

Ja, es gab eine Anzeige wegen versuchten Mordes, den Frau Bornschein an Heinz Grill und einer weiteren Person verübt haben soll, außerdem zahlreiche Nötigungen gegenüber Patienten, schwerste Schweigepflichtverletzungen, Meineid, Falschaussagen vor Gericht, Zeugenbeeinflussung, Erpressung und die Weitergabe von etwa 30-40 Patientenakten an Dritte in einem rituellen Kultkreis.

Warum wurde Frau Bornschein wegen diesen Straftaten nicht verurteilt?

Frau Bornschein hatte ein geniales Verteidigungsmittel. Sie musste nur ein einziges Argument in das Feld führen. Dies lautete, es sei eine Sekte, die sie verfolge. Ab dem Moment, ab dem das Opfer oder der Kläger als Sekte bezeichnet wurde, verlor er die Rechte.

Es wurde mir gesagt, dass Frau Bornschein im unglaublich blühendem Aussehen die Straßen entlang ging und überall in Gesprächen über frühere Patienten, die sie nun verfolgen, sprach.

Das ist richtig. Mit jeder Straftat, mit der Frau Bornschein gegenüber ihren Opfern auftrat, wurde sie gesünder, ihr Gesicht leuchtete, sie selbst machte das Sonnengebet im Kurs bereits so schnell, dass keiner von den Teilnehmern mehr mithalten konnte. Sie konnte nächtelang ohne Schlaf auskommen und rannte in einer Geschwindigkeit die Treppe hinauf, mit der kein Jüngerer hätte mithalten können.

Wie erklären Sie sich dieses blühende und junge Aussehen von Frau Bornschein?

Sie wurde durch die Justiz und die Strafvereitelungen in ihrem Selbstbewusstsein zunehmend aufgebaut. Zu dem Richter Habereder, der sie mit besonderem Lächeln in der Verhandlung anblickte, hatte sie scheinbar ein besonderes und vertrautes Verhältnis. Offensichtlich konnte sie unbesorgt gegenüber allen Straftaten ihren Gebets- und Kultkreis mit Patientenakten weiterführen.

Welche Auswirkungen hatte dieser Gebetskreis auf die Betroffenen?

Krankheit, Leid und einige, gegen die der Gebetskreis heftig agierte, sogar den Tod.

Wie war das Verhältnis von Frau Bornschein gegenüber der Erscheinung des Todes?

Eine Frau Erika B., die sie durch Hypnose in ihre Anhängerschaft brachte und sich doch aber befreien wollte, stürzte sich im Januar 2013 vor den Zug. Frau Bornschein hatte das ganze Testament von dieser Patientin in der Hand. Sie sagte, dass nun diese Frau endlich das Licht der Erlösung erreicht habe und sie selbst mit ihr einen neuen Stern im Komos markiere. Der Tod ist für Frau Bornschein das Erstrebenswerte und wenn man den Gegnern den Tod wünscht, diene diese Maßnahme nur dem Zweck, dass diese nicht mehr gegen sie sündigen können.

Nun ist Frau Bornschein selbst verstorben, was meinen Sie zu dieser Tatsache?

Ich bin erleichtert, ich glaube diese Frau hätte unendlich vielen Menschen weiterhin Schaden zugefügt.

Nein, ich meine, was glauben Sie, was Frau Bornschein nach dem Tode erwartet. Glauben Sie an Reinkarnation?

Ich habe mich in den Bemühungen, eine Seele im Nachtodlichen zu empfinden, über 15 Jahre geübt. Nach meiner Einschätzung hat sich Frau Bornschein selbst ausgelöscht und existiert nicht mehr. Das Lieblingswort von Frau Bornschein war übrigens: Das Auslöschen des Menschen. Sie sah im Auslöschen des Menschen eine große Tat.

Haben Sie den Verdacht, dass es sich um Mord handelt?

Ich glaube nicht, jedoch weiß ich, dass allerlei Mordgelüste gegenüber Frau Bornschein bestanden und ich selbst wäre vermutlich, wenn ich keine geistige Schulung gemacht hätte, mit dem Beil auf sie losgegangen.

Ich verstehe nur nicht, dass Frau Bornschein mit dem Wort Sekte einen derartigen Erfolg im Gericht gewinnen konnte. Alle ihre Schilderungen deuten doch darauf hin, dass sie selbst der absolutistisch orientierte Sektenguru ist.

Die Antwort ist nicht schwer. Sekte ist eine der intensivsten Diskriminierungen, die man dem gewöhnlichen Menschen zufügen kann. Frau Bornschein wusste dies. In einer Patientenakten, die sie dann an Dritte weitergab, steht folgendes von ihr selbst formulierte Zitat:

Die Drohung und Sektenbenennung ist erfahrungsgemäß eine subtile identitätszerstörende Gewalt. Durch die Lächerlichmachung und Verunglimpfung des Heiligsten im Menschen, seiner Suche nach Gott, geschieht unauffällig, aber effektiv die Zerstörung des ICH.

Wenn das richtig ist, nimmt Frau Bornschein damit die stärkste Diskriminierungsformel, die sie zur Zerstörung der Persönlichkeit kennt, und wendet sie in vollem Umfang der Konsequenzen an den Patienten an.

Ja. Das ist die erschütternde Tatsache. Sie arbeitete sogar mit sogenannten Sektenbeauftragten und dem „Sektenspezialisten“ Harry Bräuer gegen die eigenen Patienten.

Vielen Dank für das Gespräch.

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