Verschwörung statt Spiritualität

Bericht über ein Seminar mit Christine Bornschein am 4. Mai 2014

Die Lehrerin saß direkt vor mir, sie sprach nicht, ihr Blick war nach Innen versunken. Mein Atem bewegte sich kaum, eine würgende Beklemmung machte sich bemerkbar. Die Frage, was nun geschehen wird, tauchte plötzlich auf. Das Schweigen nimmt kein Ende, alle Seminarteilnehmer sind angespannt und irgendwie unruhig. Die sechs anderen Teilnehmer des eigentlich spirituell gedachten Seminars warteten wie zum Zerreißen angespannt auf ein Wort, aber es ist kein Wort gekommen. Das Schweigen dauerte nun ziemlich lange an.

In den Gesichtern der Anwesenden war ein deutlicher Ausdruck des Schuldgefühls sichtbar. Hatte man nun ein Sakrileg verletzt oder einen schweren Pietätsfehler begangen? Ist ihre Autorität in Frage gestellt worden? Sie hatte eine leuchtende Ausstrahlung, ihre Haare schimmerten auffallend im grau-weißlichen Lichtesglanz. Sie war zackig auf den Beinen, eines energischen Schrittes im Vorwärtsgang mit ihrer mageren Gestalt, die wie eine Linie in den Himmel gerichtet war. Ihre Augen spielten, wie es eher bei jungen Mädchen üblich ist, vielleicht etwas erotisch wie beim Kokettieren. Das Schweigen nimmt kein Ende. Die Augen der Teilnehmer sind voller Erwartung, wirken aber erschüttert. Je länger dieses Schweigen andauert, desto blasser werden die Gesichter um mich. Etwas Herabdrückendes schleicht herum und nimmt uns die Natürlichkeit, jeder ist irgendwie separiert vom anderen, die Wahrnehmung nach außen ist blockiert, wie im Nebel.

Die Augenblicke wachsen zu Minuten, aber es sind wirklich auch Minuten, die wie zu einer Stunde gedeihen. Wie lange müssen wir noch im Schweigen verharren? Wagt jemand es zu durchbrechen? Die zähe Lähmung ist inzwischen weiter gewachsen. Die Lehrerin merkt nichts von dem, was um sie mit uns geschieht, sie reagiert nicht. Strahlt sie absichtlich mit Berechnung ihre magische Psychologie in den Raum hinaus? Sie ist auch Psychotherapeutin und kennt sich mit den Gesetzen der Psyche aus. Das Schweigen dauert immer noch an. Alle Blicke sind auf sie zentriert. Sie selbst ist wie in einem inneren Leuchten, aber von außen wie unerreichbar. Was geht in dieser Lehrerin, die im Schneidersitz auf dem Boden sitzt, vor? Glitzern im Haupt der Lehrerin und Schweigen im Raum, in einer Atmosphäre, die man mit dem Messer schneiden oder zerschneiden wollte, Beklemmung und Spannung in den Herzen der Teilnehmer, Herzen, die fast einer Kardioplegie nahe waren – das waren Minuten, die in die Erinnerung eingeprägt geblieben sind.

Ich war der Erste, der das Wort erhob. Was war geschehen? Ich war derjenige, der es wagte, den Bannkreis zu durchbrechen. Die Lehrerin hatte nun zwei Stunden im vollen Umfang referiert und wie einen Sog generierend, ohne Raum für Reflexionen zu belassen redete sie in unendlicher suggerierender propagandistischer Kraft auf uns ein. Das Schweigen, das nun im Raum stand, war in gröbster Opposition zu der vorhergegangenen Propagandarede der Lehrerin. Der Sog der Propaganda war wie durchbrochen, das Band des ergreifenden Magnetismus zerschnitten, und nun blieb nichts anderes als Lähmung bei den Teilnehmern, denn inhaltliches Vakuum, nur Suggestion und Manipulation hatten die beiden Stunden im Vorfeld geprägt. Aber was machte die Frau, die Lehrerin mit ihrem jugendlichen, zackigen Auftreten? Nachdem ihre Stimme durch meinen Einwand, „Ich mache diese Beeinflussung zu Kriminalität und Hetzerei gegen Dritte nicht mehr mit“, verstummt war, bemerkte ich, wie sie nach meinem Wissen und nach meiner Wahrnehmung dieses Schweigen absichtlich produzierte. Es war ein Mittel der Manipulation, um Spannung und Schuldgefühle zu erzeugen.

Ja, ich hatte gewagt zu sagen, dass ich an geplanter Kriminalität und Verschwörungen gegen dritte Personen nicht teilnehmen werde – das hatte ich gewagt zu sagen. Des Weiteren fügte ich hinzu: „Ich gehe, ich gehe, denn ich kenne die Regime von der Tschechei, Slowakei und von der DDR, die den Menschen manipulieren.“ In dieser prototypischen Signatur hatte ich das nicht einmal in dem damaligen diktatorischen Heimatland gefunden. Für mich ist die Frau Dr. Bornschein eine Person, die es bestens versteht, Propaganda zu treiben, Personen in ihren Sog der Verhetzung zu führen und die Teilnehmer für sich und ihre unlauteren Zwecke zu begeistern. Ja, ich hatte gewagt, ein Wort gegen diktatorisches und suggestives Verhalten zu sprechen. Ich ging. Von solch einer Konspiration wie dieser wollte ich mich nicht weiter indoktrinieren lassen.

Aber wie es in solchen Regimen ist: Der, der eine freie Meinung äußert, darf diese nicht äußern. Nach der Schweigerunde und nach meiner Abschiedserklärung, die ich wohl begründet dargelegt habe, wurde mir von der verehrten Doktorin sogleich ein Schüler hinterhergeschickt, der mich bekehren solle. Sie sagte mir gleich, ich dürfe nichts nach außen verlauten lassen, zu Dritten, was hier vorgefallen war. Ich entgegnete nur, es sei meine Sache, was ich nach außen trage und ich werde es nach außen tragen, da es sich hier um geplante Kriminalität handle und ich absolut nicht Teil einer konspirativen Runde sein will. Ich sagte auch, die Zeiten eines heuchlerischen sozialistischen Regimes seien nun vorbei. Ich habe selbst diese Phasen in meiner Kindheit, Jugend und im Berufsleben ertragen müssen. Die Frau Doktor werde nicht gut abschneiden und ich sagte auch, ich warne die Gruppe, denn sie ist in einen Sog der Manipulation gezogen. Die Gruppe, die der Frau Doktor beiwohnt, solle sich mit Hilfe einer Supervision über das wahre Geschehen bewusst werden.

Was hatte die Frau Doktor alles gesagt und mit welchen Methoden arbeitet sie? Auf alle Fragen, die von den Teilnehmern gestellt wurden, beispielsweise was richtige Spiritualität sei, wie man sie erkenne und wie sie von falscher Spiritualität unterschieden werden könne, führte sie eine Person mit Namen Heinz Grill herein. Indem ein Teilnehmer beispielsweise fragte, wie ein Buch über Spiritualität zu lesen sei, auf welche Worte man besonders achten solle usw., antwortete sie vollkommen unsachbezogen, aber mit geschickten manipulativen und vereinnahmenden Worten: „Ihr müsst wissen, dass bei Heinz Grill eine große Schizophrenie vorliegt, er Menschen bis in den Tod treibt, sie zerstört und große Schäden anrichtet …“ Es gab kaum einen Satz ohne Heinz Grill. „Er“ war die Causa, sie trage ein schweres Opfer. Sie hätte ihn behandelt, aber Schizophrenie sei nicht zu behandeln. Jetzt bekämpfe er sie. Sie habe ihm immer geholfen. Aber er halte ihre Tochter gefangen, nütze sie aus. Der Schwiegersohn habe einen Unfall gehabt, da Heinz Grill ihn negativ beeinflusst. In das Buch „Kosmos und Mensch“, das wir von ihr erhalten haben und mit dem wir eigentlich hätten arbeiten sollen, legte sie uns ein psychiatrisch-psychologisches Diagnoseblatt über Heinz Grill hinein. Es scheint ein Abrechnungsformular von der Krankenkasse zu sein, ein Formular. Mit diesem warnte sie, wir sollen uns immer gegenwärtig bleiben, dass er schizophren und dringendst behandlungsbedürftig sei. Die Bücher von ihm seien so schön. Sie sei immer wieder entzückt, wie schön sie sind und „Kosmos und Mensch“ sei ihr Lieblingsbuch. Bei ihm aber würden Wort und Werk divergieren wie zwei verschiedene Teile. Er sei kriminell. Der Sektenreferent und der Oberkommissar der Kripo, Harry Bräuer, würden bereits hinter ihm her sein. Es ginge nur noch darum, Taten zu konstruieren, damit er endlich festgenommen werde. Dann könne die Welt aufatmen.

Bei der Staatsanwaltschaft lägen bereits die Aussagen von dem Oberkommissar und der Sektenkommission vor. Er sei Sekte. Nach mehrmaligem Fragen der Teilnehmer, ob Sekte überhaupt erlaubt ist, antwortete sie, eine Sekte sei nicht zu verbieten, aber die Sektenkommission habe bereits der Staatsanwaltschaft ausreichend Informationen gegeben und diese ermittelten gegen Heinz Grill. Alle Anzeigen, die die Sekte nun gegen sie mache, würden zusammen mit der Sektenberatungsstelle geprüft und abgeschmettert. Es werden keinerlei Anzeigen mehr von der Sekten angenommen, da diese nun selbst geprüft werde. Zeitungsannoncen für die Akquirierung von Geschädigten liefen bereits. Einzelanzeigen würden gebündelt und als Bündel zurückgewiesen. Die Kommission arbeite hin auf ein Publizieren und auf einen Haftbefehl von Heinz Grill. Da aber nichts vorliege, würden Zeugen gesucht.

Auf die Frage einer Teilnehmerin, ob man nicht Fakten liefern könne, wurde mir deutlich, wie die Teilnehmer bereits in dem Sog der negativen Propaganda der Frau Doktor eingetreten waren. Sie waren gar nicht mehr bei sich. Aus diesem Grund kam in der Folge auf meine Intervention das Schweigen, die Lähmung, die bedrückende, zersetzend anmutende Stille. Sie alle waren wie gefangen, gebannt von den Worten der Frau Doktor, wie anzogen und aufgesogen. Wie leicht lassen sich Menschen manipulieren und gewinnen.

Die Manipulationen aber sind sehr perfekt. „Fakten gegen Heinz Grill gibt es nicht“, sagte Frau Doktor. Aber sie hatte um ein Gutachten von einer Psychiaterin gebeten. Dieses lag zur Ansicht auf einem Tisch im Vorraum. Ich sah es, aber meines Erachtens handelte es sich nicht um ein Gutachten, über Diagnose, sondern um eine rein persönliche Meinung, die jedoch den Charakter der Agitation hatte, genau wie sie selbst die Agitationen tätigt. Vielleicht hat sie den Brief sogar selbst geschrieben, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass er aus der Feder einer Psychiaterin entstanden ist. Ich vermute sogar, dass ich diese Frau kenne, die den Brief geschrieben hat, aber ich bin mir im Moment nicht ganz sicher, ob es die gleiche ist. Vorstellen kann ich mir im Moment nicht, dass sie ihn geschrieben hat.

Da nun keine Fakten gegen Heinz Grill vorlägen, müsse man diese konstruieren. Der Grund dieser Zusammenkunft ist offensichtlich gewesen: Erst werden die Teilnehmer manipuliert und wie lange wird es dann noch dauern, bis sie bereit sind, Tatbestände für sie zu konstruieren? Es ist wie in der DDR. In diesem Regime hatte man die Menschen manipuliert, bis sie gegen das eigene Volk oder gegen Verdächtige arbeiteten. Man sagte dann, dass diejenigen bereit waren, für das Regime zu arbeiten: Sie waren dann IM. Sie sollen Fakten liefern, die es nicht gibt. Mein Freund Vladimir gab an, dass ein Thorsten, den ich nicht kannte, bereits erste Aufträge von der Frau Doktor bekommen habe, dass er sich aber gegen diese wehrte. Er war einer, dem alles suspekt war und der auch das Seminar verließ.

Nachdem ich den Raum verlassen hatte, muss die Stimmung vollkommen anders geworden sein. Vladimir erzählte mir, wie es sich weiter zugetragen hat. Die ersten zwei Stunden war sie die vollkommene Akteurin und unterrichtete mit unentwegten propagandistischen Vorgaben. Zwei Teilnehmerinnen waren wie im Sog, schrieben Seite für Seite alles, was sie sagte, auf, so als ob sie kein Wort versäumen dürften, so als ob die Stimme von ihr Gold wiegen würde. Es ging um Patienten. Ich kann mich an die Namen nicht mehr erinnern. Meines Erachtens völlig unseriöse Darlegungen der Intimitäten dieser Patienten. Eine Frau habe sie verraten, die ebenfalls schizophren sei. Der Vater Alkoholiker. Sie hätte so viel für sie getan und nun falle sie ihr in den Rücken und sage gegen sie aus. Über 30 Verfahren habe sie. Heinz Grill habe wegen der Patientenakte geklagt. Drei Verhandlungen hätte es gegeben. Sie habe die Akte verbrannt und sei zur Erklärung hierzu genötigt worden. Aber sie habe diese nun an einem geheimen Ort bei ihrem Sohn. Auch andere Patientenunterlagen seien dort bei ihrem Sohn, der nach meiner Erinnerung Bernhard heißt. Die Ärztekammer decke sie. Die Vorsitzenden der Kammer seien auch davon überzeugt, dass es Sekte sei. Bei der Krankenversicherung habe sie 3000 Euro Strafe zahlen müssen, aber sie könne die Approbation weiterführen, da es sich offensichtlich um Sekte handle. Auf die Frage der Teilnehmer, ob alle, die noch in der Verbindung mit Heinz Grill seien, psychisch krank seien, betonte sie mehrfach: „Ja, zweifelsfrei ja.“ Sie würden durch „ihn“ psychisch kranke Menschen, das habe sie in einem Kurs von Ärzten erlebt: Alle dort im Kurs sind krank gewesen und er stifte sie alle zur Kriminalität an. Sie habe sich befreit und nun habe sie die Verpflichtung, ihn mit Sai Babas Hilfe ins Gefängnis zu bringen.

Aber warum schlug die Stimmung nun um? Plötzlich wird aus den Angriffen und Agitationen eine piepsende Stimme, die sich pausenlos entschuldigt und bedankt bei den Teilnehmern für die großzügige Aufmerksamkeit. Vladimir erzählt mir, wie sie sich plötzlich als Opfer von Heinz Grill ausgegeben habe, das sich nur gegen seine Angriffe wehren müsse und dringend Hilfe bräuchte. Vladimir sagte auch, es dürfe nichts nach außen dringen. Er ging aber auch, da er sich nicht mehr in diesen Sog der Manipulationen einbinden lassen wollte. Ein Teilnehmer rannte ihm ebenfalls hinterher und sagte ihm: „Du darfst nicht gehen.“ Das gleiche, was zu mir gesagt wurde, wurde auch zu ihm gesagt, es dürfe keinesfalls ein Wort nach außen dringen. Die Frau Doktor bange um ihr Leben, die Sekte und die Richter verfolgen sie. Vladimir kam dies absurd und gelogen vor.

Das Ende des Seminars bekam auch Vladimir nicht mehr mit. Nur noch drei blieben nach meinem Wissen. So weit Vladimir es mitbekommen und mir erzählt hatte, ließen sich die Teilnehmer nicht mehr so weit in den Sog der Manipulationen einbinden. Sie sprachen die Frau Doktor etwas mutiger von Angesicht zu Angesicht an, aber sie muss den Blickkontakt verwehrt haben. Mein Freund Vladimir entgegnete ihr: „Zwischen Heinz Grill und Ihnen handelt es sich doch um eine Liebesbeziehung? Es sind doch kaum Minuten vergangen, in denen Sie nicht den Namen Heinz Grill gebraucht haben.“ Die Frau Doktor antwortete daraufhin, dass es etwas mit Liebe zu tun habe. Er aber habe sie enttäuscht, er habe sie verlassen, sie sei eine Ausgesetzte, wie ein Kind, das nicht mehr gewollt und auf die Straße gelegt wird. Sie müsse die Konsequenzen gegen ihn richten, sie könne nicht anders. Jede Nacht träume sie von ihm und sehe sich als die helfende Mutter an seiner Seite. 20 Jahre Altersunterschied bestehen. Sie habe das Potenzial, Mutter zu sein und es sei einmal zu einem Dialog zwischen ihnen gekommen, den sie ebenfalls der restlichen Gruppe offenbarte. Sie sagte zu ihm: „Sei vorsichtig, dass du nicht in eine Mutterbindung mit mir kommst.“ Heinz Grill antwortete: „Auf diesem Gebiet habe ich keine Probleme.“ Sie sagte aber, dass sie ihn verschont habe und er es mit ihrer Hilfe schaffte, nicht in eine Bindung zu kommen.

Keines der Worte darf nach außen dringen. Jeder wurde noch einmal ermahnt, dass keinesfalls Personen, die nicht hier waren, von diesem Seminar wissen dürfen. Auch die vorhergehenden Veranstaltungen dürfen nicht erwähnt werden. Thorsten erzählte, dass bereits das ganze erste Seminar über Heinz Grill und seine psychische Erkrankung ging und eine ganze Menge Belege aus Diagnosen zur Beweisführung vorgezeigt wurden. Thorsten und Vladimir erinnerten sich an eine lange Terminliste und an einige Schriftstücke mit Krankheitsbeschreibungen. Sie führte bereits im ersten Seminar den Beweis, dass Heinz Grill psychisch krank sei und man sich deshalb vor ihm wappnen oder ihn ins Gefängnis bringen müsse. Da aber Vladimir nicht mehr einverstanden war mit den ständigen Beweisführungen und manipulativen Überzeugungsmanövern, fragte er sie, ob sie nicht besser ihre Liebesbeziehung zu Heinz Grill eingestehen wolle. Sie nickte und meinte nur, ja es sei Liebe.

Mir gegenüber sagte Frau Bornschein auf meine Frage, warum sie eigentlich Heinz Grill immer so erwähne, nur, weil er sie so verfolge. Den anderen gegenüber sagte sie dann während meiner Abwesenheit, sie könne diese schlimme Verstoßenheit von ihm nicht ertragen. Außerdem habe sie bei ihm eine Yogalehrer-Ausbildung gemacht und das gestehe er ihr nicht zu. Sie möchte im Nachhinein noch ein Zertifikat bekommen für diese Ausbildung. Er aber habe andere informiert, dass sie dieses nicht bekomme. Beim letzten Seminar hätte sie nie von Heinz Grill gesprochen. Das sagte sie mir. Die anderen meinten aber, es sei das ganze letzte Seminar ebenfalls um Heinz Grill gegangen. Ich selbst war beim letzten Seminar nicht dabei. Ich war bitterer Anfänger in dieser konspirativen Runde.

Schließlich meinte sie noch zu Vladimir, dass sie eine zweite Gruppe habe, bei dieser hätte sie noch nie jemand verraten. Alle Teilnehmer seien ihr treu und unterstützten sie in ihrem Kampf gegen Heinz Grill.

Der Grund, warum weitere Teilnehmer gingen, war nach Vladimir und Thorsten, mit denen ich im Nachhinein noch Kontakt habe, der gleiche, den ich ebenfalls angegeben habe. Die Verschwörung war zerbrochen. Der Bann mit der Manipulation des Schweigens war nicht mehr aufrecht zu erhalten. Keiner wollte sich mehr in diese Animationen zu Kriminalität verwickeln lassen. Keiner konnte mehr die Patientengeschichten ertragen, die sie vor unseren Sinnen ausbreitete. Keiner wollte mithelfen, Materialien zu sammeln, Briefe, Dokumente, damit diese zum Sektenreferenten und zum Oberkommissar gegeben werden.

Die Frau Doktor aber ist sehr geschickt. Nachdem auch Vladimir und eine andere Frau gegangen waren, sagte sie, Heinz Grill habe das Seminar zerstört. Er ist die Causa, die Causa wirkte und die Causa ist auch am Ende. Der Untergang war perfekt. Er habe ein Charisma, das die Menschen vollkommen gefangennehme und sie nicht mehr klar denken ließe. Sobald Menschen ihm nicht mehr folgten, würde er sie zerstören.

Der Grund für meinen Abtritt aus der konspirativen Runde war aber ein anderer: Ich konnte es einfach nicht mehr anhören und ertragen, wie die ganze Gruppe manipuliert und zu Stimmungen des gemeinsamen Hasses angeheizt wurden. Hass und Gemeinheiten, die jegliche Diskretion gegenüber Patienten und eine seriöse Wissenschaftlichkeit des Arbeitens verletzen! Sie selbst hetzte vom ersten bis zum letzten Satz. Dann aber – was geschieht??? Die Causa?

Sie meinte, die Leute könnten es nicht ertragen, wenn man die Realität anspreche. Über mich sagte sie im Nachhinein, ich sei vom sozialistischen Regime so sehr geschädigt, dass ich die Realität nicht mehr sehen würde. Die Anderen aber traten scheinbar schon für mich und meine ehrwürdige Stellung ein und meinten, es sei nicht Aufzeigen von Realität gewesen, sondern Manipulation der Teilnehmer und extreme Gruppenbildung zum Ansporn für Gehässigkeiten.

Die Causa – zwei Stunden Gerede, aber niemand hat Frau Doktor verstanden. Die Causa hat das Seminar beendet. Nach zwei Stunden Agitation von Frau Bornschein sei es trotzdem dem großen Führer, „ihm“, gelungen, das Seminar in die Spaltung zu treiben. Sie wollte noch einmal die Teilnehmer von der negativen Wirkung, die auf sie gerichtet sei, überzeugen. Den Teilnehmern wurde jegliche eigene Meinungsbildung abgesprochen. Unsere Meinung überging sie höflich mit demonstrativer Opferhaltung, alle seien wir traumatisiert und besonders ich vom sozialistischen Regime. Sie meinte zu den anderen tatsächlich, dass ich durch die Abreise mein Trauma auf die arme Frau Doktor projiziert hätte.

Ich glaube, die Frau Doktor täte besser daran, an ihrer verunglückten Liebesbeziehung zu arbeiten.

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