Vom Verlagschef zum Schwerbehinderten – Fallbeschreibung: Tim Lammers-Koll

Über die Psychiatrisierung eines Patienten bis zur Behinderung –
und weitere Demütigung des Behinderten durch die Ärztin

Tim vor der Behandlung durch Ch. Bornschein und seine Frau Imme

Tim vor der Behandlung durch Ch. Bornschein und seine Frau Imme

Tim Lammers-Koll begründete 1998 den nach ihm benannten Verlag. Sein Anliegen dabei war, gute und anspruchsvolle Literatur herauszugeben, die den Leser in seinen schöpferischen Möglichkeiten und seinem Wertgefühl fördert. Er verfolgte mit dem Verlag nicht primär wirtschaftliche Interessen, sondern das Ziel eines möglichst freien und von Individualität getragenen Zusammenwirkens von Menschen. Die Mitarbeiter sollten sich in ihrem sozialen Bedürfnis wahrgenommen fühlen wie auch ihrer individuellen Entwicklung entfalten können. Tim Lammers-Koll hatte als ausgebildeter Kunsttherapeut ein ausgeprägtes künstlerisches wie auch soziales Interesse für den einzelnen Menschen. Bevormundung jeglicher Art lehnte er sowohl für sich wie auch anderen gegenüber rigoros ab.

Christine Bornschein hatte persönliches Interesse an dem Verlag, da sie ihre eigene Tochter in die Führung des Verlages eingliedern wollte. Sie nahm auch das breite Interesse vieler Menschen an diesen Büchern wahr und wollte dieses Interesse für sich nutzen. Die Ärztin hat ein Talent, sich in die persönliche Sphäre von anderen auf geniale Weise einzumischen. So begann sie – wie es ihre Art war – Anweisungen zu geben, welches Buch wie herauszugeben sei, Übersetzungen zu beauftragen, Geld anzubieten und Mitarbeiter zu kritisieren. Sie bot auch hier wieder Hilfe durch „geeignetere“ Mitarbeiter an, die aber dann unter Ihrer Führung standen. Die Mitarbeiter bezeichnete sie gegenüber den Kundschaften des Verlages als unfähig und begann über die Kunden die Mitarbeiter gegeneinander auszuspielen und sie in der Öffentlichkeit anzuschwärzen. Sie sorgte für ein schlechtes Klima im Verlagsbetrieb. Durch trickreiche Interventionen kam sie auch an die Kundendaten heran, die sie für ihre „Kommunikation“ nutzte.

Sie merkte jedoch sehr schnell, dass Tim Lammers-Koll sich gegen die versuchten Bevormundungen wehrte. So schrieb er ihr beispielsweise einen höflichen Brief mit dem Inhalt, dass er sich gegen autoritativen Maßnahmen wehre und dass man sich doch erst einmal persönlich kennen lernen müsse, bevor man für einen Betrieb oder deren Mitarbeiter Anweisungen geben könne.

Aber Christine Bornschein als Ärztin hatte einen Vorteil: Sie konnte die Mitarbeiter in ihre therapeutischen Sitzungen führen, während sie den Verlagsleiter Tim nicht in ihre Therapiestunden zu therapieren vermochte. Das Intrigenspiel wurde deshalb aus den Therapiestunden der Mitarbeiter entfacht und den Mitarbeitern wurde gesagt, dass sie deshalb Beschwerden hätten, da sie einen sadistischen und nationalsozialistisch denkenden Chef hätten.

Tim und Axel bei schwerer Arbeit

Tim in Zusammenarbeit mit Axel Berberich

Sie säte vor allem gegen den Verlagsleiter Intrigen, um ihn bei den Mitarbeitern wie auch bei Kunden schlecht zu machen. Sie verbreitete beispielsweise über Tim Lammers-Koll, er hätte ein schlechtes Karma und würde aufgrund seiner niedrigen Herkunft andere ruinieren. Man würde schon an seiner Physiognomie erkennen, dass er eine ausgesprochene Drogendisposition habe. Solange er in einem Projekt mitarbeite, müsse dieses scheitern. So hetzt sie die Mitarbeiter des Verlages gegen ihn auf, indem sie ihnen immer wieder nahelegte, dass er den Verlag zu Grunde richten würde, wenn sie sich nicht gegen ihn zur Wehr setzten. Der Verlag müsse am besten in ihr Haus nach München übersiedeln, dort wären auch die geeigneten Räumlichkeiten vorhanden. Mit der Zeit begannen auch die Mitarbeiter von diesem Blickwinkel aus den Verlagsleiter zu sehen. Therapiestunde für Therapiestunde wurde das Intrigenspiel aufgebaut. Vor allem wurde auch ein extremer Männerhass gesät.

Bald hatte sie alle Mitarbeiter für sich gewonnen und auch selbst einige ihrer engsten Vertrauten direkt zu Attacken gegen Tim beauftragt. Tim wehrte sich gegen die Mitarbeiter und deren unsoliden Verhaltensweisen, aber seine Gesundheit war bereits schwer angegriffen. Er litt unter Schlaflosigkeit und musste infolge dieser am Abend zu Alkohol greifen, um so einigermaßen über die Nächte hindurch zu kommen.

Um die Führung und Instrumentalisierung des Verlags endgültig zu manifestieren, griff sie zu einem weiteren und sehr hinterhältigen Mittel, mit dem sie auch in anderen Bereichen am meisten Erfolg hatte: Sie benutzte den Namen von Heinz Grill. Heinz Grill war der Hauptautor des Verlages und genoss bei den Mitarbeitern wie auch vielen Kunden des Verlages hohes Ansehen. Deshalb sagte sie, wenn sie etwas durchsetzen wollte, Heinz Grill hätte es gesagt oder würde es ausdrücklich wünschen.

Durch die ständig wachsende Ablehnung und Isolation kam Tim Lammers-Koll zunehmend in eine ernste Situationen. Er hatte infolge der Schlafstörungen tatsächlich Probleme, konzentriert Auto zu fahren. Schließlich konnte er auch die Situation im Verlag nicht mehr ausreichend überschauen. Gleichzeitig hetzte sie aber auch gegen seine eheliche Beziehung und sagte sogar öffentlich gegenüber Imme Koll, seiner Frau, dass sie kriminell sei und man schon an ihrer Gesichtsphysiognomie ihre niedere Herkunft erkennen könne.

Nun kam aber nicht Tim zu ihr in die Praxis, sondern sie nahm selbst ihre medizinische Zwangsbetreuung vor, indem sie ihm zunächst einmal heimlich über die Mitarbeiter das Mittel Zyprexa verordnete. Die Mitarbeiter glaubten noch einen guten Zweck zu erfüllen, in dem sie der Ärztin Glauben schenkten und Tim zu dieser heimlichen Zwangsmedikation brachten. Schließlich ließ sie ein medizinisches Gutachten erstellen, dass die von ihr konstatierte „niedere triebhafte Konstitution“ bestätigen sollte, verordnete weiterhin Zyprexa und regte die Mitarbeiter an, ihn abzuisolieren. Die Mitarbeiter sollten ihn bewusst demütigen, damit er zur Krankheitseinsicht fähig würde. Leider führten die Mitarbeiter diese Befehle der Ärztin aus, was sicher ein schwerer Fehler war und den sie zumindest heute bereuen.

Die Ärztin gab ihm die Medikamente, obwohl sie wusste, dass er, um schlafen zu können, abends Alkohol zu sich nahm. Diese Kombination von Zyprexa und Alkohol führte aber dazu, dass Tim Lammers-Koll tatsächlich im Verlag zu schreien begann und sich nur noch gegen die Übergriffe wehrte. Das äußere Bild, dass Tim Lammers-Koll sich schreiend wehrte und die Mitarbeiter tatsächlich nicht mehr mit ihm zurecht kommen konnten, gab der Ärztin das ganze Privileg gegen ihn weiter vorzugehen. Die Mitarbeiter glaubten mittlerweile selbst an die Aussagen von Christine Bonschein, da er diese durch sein Verhalten zu bestätigen schien. Als sein Leben dadurch immer weiter in einen Wechsel von Tobsuchtsanfälle und Lethargie entglitt, forderte sie ihn schließlich auf, sich das Leben zu nehmen. Er hätte nach Aussagen der Ärztin ein schlechtes Karma, welches er nur durch eine solche Tat verwandeln könne. Sein Leben hätte für diese Inkarnation ohnehin keinen Wert. Wiederholt forderte sie eine Mitarbeiterin auf, ihm den Suizid als einzigen Ausweg nahezulegen. Leider waren die Mitarbeiter in der gleichen Labilität ihrer Psyche und folgten den Anweisungen der Ärztin.

Nachdem dann einige Wochen später der erste Suizidversuch scheiterte, rief sie ihre engste Vertraute zu sich und sagte: Wenn der Suizid scheitert, dann heißt das, dass die Seele noch nicht soweit sei. Sie forderte die Mitarbeiterin auf, ihm dies mitzuteilen und ihm zu sagen, dass diese Tat nicht nur für ihn wichtig sei, sondern auch für seine Freunde und den Ruf des Verlages. Seine Freunde würden in ihren Vorwärtskommen durch ihn nur gehindert. Spiritualität verlange ganze Handlungen.

Als dann seine ehemaligen Freunde und Mitarbeiter in einer eigens einberaumten Sitzung noch einmal ihre Kritikpunkte äußerten und nach Perspektiven suchten – sie wussten nichts von dieser Aufforderung zum Suizid – verstand er dies als Betätigung der Aufforderung zum Suizid und suchte sein Leben ein zweites Mal mit einer Überdosis Schlafmittel zu beenden.

Die Folge war ein dreiwöchiges Koma mit schwerer Behinderung. Niemand wusste genau, was geschehen war. Christine Bornschein aber sagte: „Daran sieht man seine niedere Gesinnung. Er hätte es wenigstens ordentlich tun sollen. So falle er nur wieder andern zur Last.“

Tim nach der "Behandlung" durch Ch. Bornschein

Tim nach der „Behandlung“ durch Ch. Bornschein

Nach einem längeren Klinik- und Heimaufenthalt kam er zur Pflege zu Stephan Wunderlich. Tim konnte kaum mehr sprechen und gehen, er war in seiner Lebensführung 100 % pflegebedürftig. Christine Bornschein erkundigte sich weiterhin nach seinem Zustand und verordnete auch weiterhin das Medikament Zyprexa.

Als es zwei Jahre später anlässlich eines Regenerationsaufenthaltes in Piemont zu einer erneuten Begegnung zwischen Christine Bornschein und Tim Lammers-Koll kam, ereignete sich ein dramatischen Rückfall. Tim riss bei der Begegnung die Arme hoch, wie wenn er sich vor ihr schützen müsste und stürzt sich kurz darauf, in einem unbeobachteten Augenblick, die Treppe hinunter. Bei dem folgenden klinischen Untersuchungen wurde das Medikament Zyprexa als nicht indiziert festgestellt und lediglich stimmungsaufhellende Medikamente empfohlen. Der Zustand von Tim Lammers-Koll blieb aber weitgehend unverändert. Nur die Medikamente konnten bald vollständig abgesetzt werden. Auch die medizinische Betreuung durch Christine Bornschein wurde durch den ortsansässigen Arzt ersetzt.

Die Ablehnung gegen Tim Lammers-Koll trug sich aber auf das Betreiben von Christine Bornschein im Verlag weiter, so dass sogar sein Name aus dem Verlag eliminiert und dieser in Synthesia-Verlag umbenannt wurde. Als Heinz Grill von dieser Namensänderung erfuhr, drückte er seine Missbilligung aus, was wenigstens noch zur Rücknahme der Namensänderung führte.

Da Tim Lammers-Koll alles andere als suizidal war und – ganz im Gegenteil – durch sein ausgeprägtes Empathievermögen und soziales Engagement viel mehr sogar für andere als Halt und Stütze im Leben empfunden wurde, konnte niemand den dramatischen Einbruch in seinem Leben verstehen. Niemand wusste von den Interventionen von Christine Bornschein, da diese vor allem im Rahmen von Therapiestunden geschahen. Die Therapiestunden waren aber aufgrund des beständigen Insistierens in die Intimsphäre mit viel Scham und Verletzungen belegt. Christine Bornschein sprach in den Therapiestunden regelmäßig auch über die Intimsphäre von anderen, sie zog damit ihre Patienten in ein völlig unangebrachtes Vertrauen und spaltete damit wiederum das Beziehungsverhältnis ihrer Patienten zu anderen. Die Personen konnten sich aufgrund der vertraulichen Informationen kaum mehr frei begegnen. Niemand wagte aber dies anzusprechen, denn jeder hatte die mehr oder weniger unbewusste Angst, sich ihren Hass zuzuziehen und von ihr bekämpft, verleumdet und vernichtet zu werden.

Aus diesem Grund war es erst 10 Jahre später möglich, diese Hintergründe des persönlichen Niedergangs von Tim bis hin zum versuchten Suizid aufzuklären. Den Anlass hierzu gab ein dramatischer Todesfall im Januar 2013, bei dem eine weitere Patientin von Christine Bornschein – Erika B. – sich in der Nähe von München vor die S-Bahn stürzte, nachdem sie von ihr in ähnlicher Weise manipuliert und instrumentalisiert wurde. Erst mit dieser Aufklärung traten weitere Anschläge auf die körperliche Unversehrtheit und auf das Leben ihrer Patienten mit ärztlichen Mitteln ans Licht. (siehe hierzu auch den Bericht von Klaus Oppermann)

Da Tim Lammers-Koll sich selbst nicht mehr zur Wehr setzen konnte, nahmen sich seine Frau und seine Betreuer der Sache an. Allein die Aufklärung und das Sprechen über die Hintergründe der Attacken von Christine Bornschein bewirkte bereits eine erste Aufhellung und Auflösung der schwer traumatisierten und lebensverneinenden Grundeinstellung. Tim begann sich wieder für etwas zu interessieren und er begann auch wieder zu sprechen. Um weitere Aufklärung zu ermöglichen, forderte seine Frau, Imme Koll, die Patientenakten bei Christine Bornschein an. Die wiederholten Anfragen blieben jedoch über Wochen hinweg unbeantwortet. Erst eine Anfrage über die Ärztekammer brachte eine erste Stellungnahme ans Licht: Sie sei nie Ärztin für Tim Lammers-Koll gewesen. Die Patientenakten einsehen zu wollen, sei deshalb böswillig und rechtsmissbräuchlich.

(PDF) Attest des medizinischen Institutes HCA aus Horb-Mühringen, das Christine Bornschein als Behandlerin ausweist

Obwohl die Ärztekammer bereits Kenntnis davon hat, dass Christine Bornschein sich bei nahezu allen Patienten bei Anfragen als Ärztin verleugnen ließ – ungeachtet dessen, dass sie nachweislich zig-mal über die Krankenkassen abgerechnet hatte –, trat die Ärztekammer dennoch der Ärztin nicht in ihrem Versuch der Verantwortungsabgabe entgegen.

(PDF) Stellungnahme-Ärztekammer 31.7.2013
(PDF) RA Bauer an Imme Koll 26.8.2013

Nicht nur, dass Christine Bornschein sich jeglicher Verantwortung als Ärztin entledigte, sie beantwortete die Anfrage in der Folge sogar damit, dass sie Tim Lammers-Koll auf die Liste derjenigen setzte, die sie wegen Nachstellung und Bildung einer kriminellen Vereinigung bei der Staatsanwaltschaft anzeigen und verfolgen ließ. Auf diese Weise erniedrigte und verhöhnte sie ihn erneut, denn Tim Lammers-Koll ist schon aufgrund seiner Behinderung zu den vorgeworfenen Straftaten gar nicht fähig.

Kurze Filmsequenz über Tim

(PDF) Seite 1 der Anzeige von Christine Bornschein
(PDF) Liste der angeblich an den Straftaten Beteiligten

Als Christine Bornschein vor kurzem von einem Verlagsmitarbeiter auf Tim Lammers-Koll angesprochen wurde, sagte sie. „Was will den der von mir, der ist doch Alkoholiker? So jemand würde ich als Ärztin gar nicht zur Therapie annehmen. Außerdem, wenn jemand geschädigt wurde, dann wurde ich von ihm geschädigt und nicht umgekehrt.“ Abgesehen von der Verletzung der Schweigepflicht drückt sie damit noch nach 15 Jahre ihren vernichtenden Hass dafür aus, dass Tim Lammers-Koll sie kritisiert und ihr in einem Brief höflich zu verstehen gegeben hatte, dass er sie erst einmal kennenlernen möchte, bevor er Aufträge von ihr entgegennimmt.

Ich kann mir kaum eine größere Zerstörung, Erniedrigung und Beleidigung eines Menschen vorstellen, wie es hier von einer Ärztin an ihrem Patienten geschehen ist. Da die Staatsanwaltschaft München I dies aber als Bagatellfall erklärte und ein öffentliches Interesse an der Strafverfolgung verneinte, sehe ich die dringende Notwendigkeit der Veröffentlichung. Es handelt sich hier keinesfalls um einen Einzelfall, sondern um gezielte Psychiatrisierung und Kriminalisierung von vielen Patienten. Die Stellung der Justiz bedeutet aber, dass der Patient den Angriffen von Ärzten schutzlos ausgeliefert wären, wenn sie wie hier im Rahmen der ärztlichen Tätigkeit geschehen.

(PDF) Mitteilung an die Staatsanwaltschaft München I über die Anstiftung zum Suizid
(PDF) Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft München I wegen Bagatelle

 

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