„Verpflichtung zu absoluter Hingabe“

Erfahrungsbericht über die interne Sektenstruktur bei Frau Dr. Bornschein und wie Aussteiger als Sekte verfolgt werden

Ich war viele Jahre enge Mitarbeiterin von Frau Dr. Bornschein und bis 2008 Teilhaberin am Institut für pädagogisch-künstlerische Heilkunde & Therapie im Amun-Haus in München.

Obwohl ich selbst ebenso wie Frau Bornschein keine Yogalehrerausbildung absolviert hatte, wurde ich von ihr wegen meiner angeblich hervorragenden Fähigkeiten, Yogaübungen zu demonstrieren und anzuleiten, hoch gelobt und dazu motiviert, mit ihr zusammen Yogalehrerausbildungen anzubieten. Da sie mir und auch den anderen Mitarbeitern vorgab, Heinz Grill würde diese Ausbildungsgänge wünschen und ausdrücklich befürworten und die Ausbildungen würden ganz in seinem Sinne stattfinden, dachte ich, dass meine persönlichen Studien des von Heinz Grill begründeten „Neuen Yogawillen“ Anerkennung gefunden hätten und ich nun von ihm dazu berechtigt sei, Yoga-Ausbildungen zu geben. Dies war aber eine Täuschung, denn Heinz Grill wusste weder, was wir in der Ausbildung machten, noch befürwortete er sie. Ganz im Gegenteil: wie ich später erfahren habe, hielt Herr Grill die Mitarbeiter im Institut für fachlich nicht reif genug, überhaupt Ausbildungen anzubieten. Er mischte sich aber nicht in unsere Angelegenheiten ein und so wusste ich außer von Frau Bornschein nicht, wie Heinz Grill zu der Ausbildung stand. Ich wurde aber von Christine Bornschein getäuscht und hätte damals nie daran gedacht, an ihren Aussagen zu zweifeln.

Die Qualität des Unterrichts war in Wirklichkeit so schlecht, dass man sich schämen musste. Es gab in einer einzigen Ausbildung sechs Bandscheibenvorfälle und nahezu alle Teilnehmer hatten mit erheblichen psychischen und beruflichen Problemen zu kämpfen, viele bekamen Beziehungskonflikte. Dies vor allem deshalb, da alle Yogaschüler zur Biografiearbeit verpflichtet wurden, bei der sie sich vor der ganzen Gruppe outen und ihre intimen und traumatischen Erlebnisse offenlegen mussten. Viele Yogaschüler wurden von Frau Bornschein auch zur Einnahme von Neuroleptika veranlasst. Man kann sich denken, welche Wirkungen allein diese Outing-Gruppen auf die Partnerschaften hatten, ganz zu schweigen von den Wirkungen der verabreichten Medikamente. Die intimen Berichte der Teilnehmer wurden dann von Frau Bornschein kommentiert. Anschließend wurden den Teilnehmern regelmäßig Einzelgespräche und Einzeltherapien nahegelegt, wobei dann die dort erfahrenen intimen Details von Frau Bornschein oftmals wieder in die Gruppe getragen wurden. Nahezu von allen wurde dieses Preisgeben des Privatlebens als sehr demütigend erlebt. Keiner traute sich jedoch etwas gegen Frau Bornschein zu sagen, da jeder fürchtete, von ihr aufgrund ihres Wissens über die eigene Intimsphäre erniedrigt zu werden. Eine Schweigeverpflichtung gab es für Frau Bornschein nicht. Auch ich wusste nahezu von all ihren Patienten die intimsten Geheimnisse.

Frau Bornschein war für alle die spirituelle Autorität. Sie verlangte absolute Nachfolge und Verehrung. Wenn jemand wagte, Kritik zu üben, wurde er gedemütigt. Es blieb ihm dann nur noch Unterwerfung oder er musste die Ausbildung verlassen, was dann weitere Demütigungen und Verfolgung nach sich zog. Als eine Teilnehmerin es dennoch wagte, die Ausbildung zu verlassen, hetzte Frau Bornschein über sie vor der ganzen Gruppe und erklärte ihr „böses“ Verhalten mit ihren angeblichen sexuellen Neigungen, welches sie dann vor allen bis ins Detail ausbreitete. Ich kann diese Ausbildungen nicht anders bezeichnen als ein schreckliches Sektensystem und ich schäme mich heute, daran mitgewirkt zu haben.

Worin besteht die sektenhafte Struktur?

  • In der Verlogenheit des nach außen hin scheinbar devotionalen Auftretens von Frau Bornschein als unantastbarer Guru, bei gleichzeitiger unberechenbarer Beherrschung aller Teilnehmer und Mitarbeiter.
  • Im Vorgeben des Namens von Heinz Grill als angeblichen Initiator und Verantwortlichen für die Ausbildung und die damit einhergehende Werbung und Verantwortungsabgabe, sowie im Vortäuschen, sie sei von Heinz Grill beauftragte und ausgebildete Yogalehrerin.
  • In der offensichtlichen Dialog- und Kritikunfähigkeit von Frau Bornschein bei gleichzeitiger Forderung von Unterwürfigkeit und Verehrung.
  • In der Demütigung und Verfolgung von Kritikern und Aussteigern.

Ich war für Frau Bornschein solange lobenswert und gut, wie ich mich ihren Direktiven unterstellte oder für sie arbeitete. Ab dem Moment jedoch, als ich es wagte, Kritik zu üben und mich von ihr abzuwenden, bekam ich ihren Hass zu spüren. Ich wurde nun von ihr als Sektiererin beleidigt und mit allen Mitteln verfolgt. Als sektenhaft gilt es aber bei Frau Bornschein schon, wenn man ordentliche Buchführung und Abrechnungen gegenüber dem Finanzamt vorlegt, während es anscheinend als besonders spirituell gilt, sich aus den Gesellschaftssystemen „zu befreien“ und Mitbürger und Staat zu betrügen.

Christine Bornschein war in der Ausbildung die absolute spirituelle Instanz. Sie erwartete von ihren Schülern Dienstbereitschaft und Hingabe. Ein Koch „durfte“ beispielsweise für die gesamte Ausbildung Essen zubereiten. Nach getaner Arbeit wurde aber die vereinbarte Bezahlung einfach um die Hälfte reduziert, da seine Leistung ja bereits durch den darshan, also die Gnade ihrer Gegenwart, abgegolten war.

Frau Bornschein hat in den Ausbildungen häufig über die Verfolgung ihrer wertvollen spirituellen Arbeit durch die kirchlichen Sektenbeauftragten gejammert. Ich habe nie erlebt, dass eine solche auch tatsächlich stattgefunden hätte. Mich würde es aber nicht wundern, wenn sie heute gerade mich und andere Aussteiger aus ihrem Zwangssystem bei den sogenannten Sektenbeauftragten der Kirchen anschwärzen und von ihnen verfolgen lassen würde.

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